Darum ist und bleibt Elvis Presley eine Legende

Wenn er nicht viel zu früh von uns gegangen wäre, würde Elvis Presley heute seinen 80. Geburtstag feiern. Doch auch nach seinem Tod blieb Elvis über die Jahrzehnte die Ikone der Musikwelt. Wir erklären, warum.

Als am 8. Januar 1935 Elvis Aaron Presley das Licht der Welt erblickte, konnte noch keiner ahnen, welchen Einfluss er auf die Musikwelt haben würde. Seine Familie lebte in ärmlichen Verhältnissen, und trotz seiner früh entdeckten Leidenschaft für die Musik musste Elvis nach der Highschool zunächst als Mechaniker und LKW-Fahrer arbeiten. Doch dann revolutionierte er die Musiklandschaft und wurde zum größten Star seiner Zeit. "Vor Elvis war gar nichts", erklärte John Lennon einmal, der Komponist Leonard Bernstein nannte ihn "die größte kulturelle Kraft des 20. Jahrhunderts". Und auch heute gehört der King of Rock'n'Roll zu den wichtigsten Ikonen der Popkultur. Fünf Gründe für seinen Legenden-Status.


Hits für die Ewigkeit


Am späten Abend des 5. Juli 1954 wurde Musikgeschichte geschrieben: Nach einer eher fruchtlosen Country-Session mit den Musikern Winfield "Scotty" Moore und Bill Black stimmte der noch unbekannte Elvis spontan den Blues-Klassiker "That's All Right" von Arthur Crudup an, spielte ihn jedoch wesentlich schneller als im Original - der Rockabilly-Sound war geboren. Produzent Sam Phillips, der schon lange nach einem Weg suchte, schwarze Musik für den weißen Markt zu erschließen, war hellauf begeistert und nahm den Song sofort auf. Die Single setzte auf Anhieb 20.000 Exemplare ab, doch das war erst der Anfang. Rockabilly wurde zum beherrschenden Trend der nächsten Jahre, die Jugend der 1950er hatte ihren Sound gefunden. Doch anders als viele seiner Kollegen überstand Elvis auch das Ende dieses Trends und blieb in den folgenden Jahren immer auf der Höhe der Zeit. Sei es der poppigere Rock'n'Roll-Sound der 60er, Country oder Soul, Elvis konnte mit fast jedem Stil etwas anfangen und blieb mit seiner Ausnahmestimme immer unverwechselbar. Hits wie "Heartbreak Hotel", "Hound Dog" und "Love Me Tender" kennt jeder, Musik für die Ewigkeit.


Sein unverwechselbarer Look


Sei es der junge Rock'n'Roller in der Lederjacke oder der etwas beleibtere Entertainer im Glitzeranzug: Den Look von Elvis erkennt jeder auf den ersten Blick. Vor allem natürlich die Tolle, die wie keine andere Frisur die Rock'n'Roll-Ära verkörpert. Bei Jugendbewegungen wie den Rockabillys und den Teds war sie über Jahrzehnte die Standard-Frisur und überlebte in verschiedenen Subkulturen bis heute. Auch bei den Stars blieb die Elvis-Tolle beliebt: Von Johnny Cash und James Dean über John Travolta und Sean Penn bis zu Justin Bieber und Andreas Gabalier zollen Musiker und Schauspieler bis heute dem King of Rock'n'Roll ihren Tribut. Und dann wären da natürlich noch die Legionen von Elvis-Imitatoren, die seinen Stil weltweit originalgetreu am Leben erhalten.


Der Hüftschwung


Während etwa Miley Cyrus heute in ihren Shows fast schon gynäkologische Einblicke bietet, brachte Elvis nur mit seinem Hüftschwung die Mädchen zum Ausrasten und die Sittenwächter auf die Barrikaden. Im Fernsehen wurden seine frühen Auftritte oft zensiert: Die Kamera blieb eisern auf den Oberkörper des Kings gerichtet. Elvis "the Pelvis" war eines der großen Sexsymbole seiner Zeit, und das nicht unbedingt nur bei der Damenwelt: "Ich bin so hetero wie sonst was, aber ich muss Ihnen sagen, egal ob man männlich oder weiblich war, man hielt unweigerlich inne, um ihn anzusehen. So gut sah er aus", erinnerte sich etwa Steve Binder, Regisseur eines Comeback-Specials im Jahre 1968.


Sein geheimnisvolles Privatleben


Auf der Bühne war er zu Hause, doch abseits davon scheute Elvis das Rampenlicht. Er gab kaum Interviews, Fragen zu seinem Privatleben und seiner politischen Einstellung beantwortete er nie. Er trat nicht in Talkshows auf und mied Preisverleihungen und andere Promi-Events. Umso mehr wurde über das Leben und Lieben des Superstars spekuliert, die Klatschblätter waren voller Berichte über angebliche Romanzen mit Hollywood-Sternchen. Auch nach seinem überraschenden Tod wurden kaum Dokumente gefunden, die Aufschluss über das Privatleben des Stars gaben. Der Mythenbildung waren so Tür und Tor geöffnet.


Sein rätselhafter Tod


So zynisch das klingen mag: Einen besseren Abgang hätte Elvis kaum hinlegen können, um zum Mythos zu werden. Sein plötzlicher Tod am 16. August 1977 schockierte die Welt, zumal die Frage nach dem Grund nur unzureichend beantwortet wurde. Noch vor der Obduktion erklärten die Ärzte der Klinik, in die Elvis gebracht worden war, in einer Pressekonferenz ein Herzleiden zur Todesursache. Der Autopsiebericht steckte voller Ungereimtheiten, Journalisten der ABC wollten später nachgewiesen haben, dass Elvis an einer Drogenüberdosis gestorben war, die vertuscht werden sollte. Neuere Untersuchungen deuten auf ein angeborenes Darmleiden als Todesursache hin, doch in der Zwischenzeit waren bereits ganze Bücher mit den verschiedensten Theorien gefüllt. Und während Elvis' Grab in Memphis zur Pilgerstätte seiner Anhänger wurde, waren andere Fans sogar davon überzeugt, dass der King seinen Tod nur vorgetäuscht hatte, um sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Doch egal, ob Elvis nun seit bald 40 Jahren in seiner Gruft ruht oder vielleicht doch heute irgendwo anonym seinen 80. Geburtstag feiert, er ist und bleibt eine Legende.