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30. Todestag

AC/DC-Sänger Bon Scott auf der Schnellstraße ins Jenseits

19.02.2010 | 11:25 Uhr
AC/DC-Sänger Bon Scott auf der Schnellstraße ins Jenseits

London.Der erste große Hit prägte seine Paraderolle vom tatöwierten Rabauken, den nichts schreckt, der sich weder durch Tod noch Teufel aufhalten lässt, der niemanden braucht. Seine rauschhafte Fahrt auf dem „Highway To Hell” machte Bon Scott zu einem Helden der Rockmusik.

Heute vor genau 30 Jahren ist der Sänger der australischen Band AC/DC auf fast schon angemessene Art gestorben. Nach einer Zechtour durch Londoner Kneipen fand man seine Leiche auf dem Rücksitz eines vor dem Haus Overhill Road Nr.67 geparkten Autos. Er war vermutlich an seinem Erbrochenen erstickt. So teilte es das Management mit. Nicht mal 34 Jahre war Bon Scott auf seinem ganz privaten „Highway To Hell“ unterwegs. Wenn man so will das richtige Alter, um zur Legende zu werden. Leute wie Jimi Hendrix haben es vorgemacht.

Fans vor der Statue von Bon Scott.

Bon Scott und seine heiser-brüchige Stimme hatten etwas Einzigartiges. Dieser Gesang klang nach Suff und Verkommenheit, aber irgendwie doch ziemlich sympathisch. Ein kleiner Teufel war Bon Scott. An der Seite eines irrlichternden, stets in Schuluniform gekleideten Gitarrengnoms namens Angus Young entfalteten die AC/DC-Frontleute eine bis dahin selten gehörte Intensität im Bluesrock. Diese Musik schwitzte wie ein Schmied, der den Amboss bearbeitet. Es war Lärm, der glücklich machen konnte. Und diese Jungs schenkten ihren Fans Riffs, die für die Ewigkeit sind.

Ronald Belford Scott war Schotte, wanderte aber früh mit den Eltern nach Australien aus. Er brach die Schule ab, schlug sich als Postbote, Lasterfahrer und Barkeeper durch, trommelte hier und da. Bis er 1974 in Melbourne die Gebrüder Young kennenlernte, mit denen er fünf Jahre später das berühmte „Highway To Hell”-Album aufnahm.

Nach dem Tod von Bon Scott standen AC/DC kurz vor dem Aus. Aber dann sagten die Young-Brüder: „Bon wäre sauer, wenn wir aufhörten.” Deshalb ging für AC/DC das Leben 1980 weiter - mit dem neuen Sänger Brian Johnson und einer sarkastischen Verbeugung vor dem Verblichenen: Das neue Album hieß nämlich „Back In Black” und wurde mit weltweit 42 Millionen verkauften Exemplaren zu einem der erfolgreichsten der Rockgeschichte.

Michael Minholz

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