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Massenrave : Die Loveparade steckt in der Warteschleife

Loveparade, 06.06.2009, Ingmar Kreienbrink

Duisburg. Nach der Absage der Loveparade in Bochum erwarten die Techno-Fans mit Spannung die Details zum Massenrave 2010 in Duisburg. Bisher gibt es nur Absichtserklärungen der Verantwortlichen. Ob das reicht, zeigt sich, wenn eine Lösung für die Streckenführung gefunden ist.

Kommt sie nun oder kommt sie nicht? Noch immer herrscht keine endgültige Klarheit, ob die Loveparade im Kulturhauptstadtjahr 2010 tatsächlich durch Duisburg zieht. Im Raum steht ein klares Bekenntnis der Stadt: „Oberbürgermeister Adolf Sauerland hat gesagt, dass wir das machen und alles daran setzen werden, dass es klappt – daran hat sich nichts geändert“, erklärt der Beigeordnete Wolfgang Rabe auf Nachfrage von DerWesten. Im Raum steht aber auch die Frage, wo die Techno-Fans überhaupt feiern werden.

Zugweg ist noch völlig offen

Bisher verweisen die Verantwortlichen darauf, dass sich die konkreten Planungen noch im Anfangsstadium befinden. So will die Stadt Duisburg erst im Laufe des Sommers Vertreter des Veranstalters Lopavent zur Ortsbegehung empfangen und Gespräche über die Rahmenbedingungen führen. „Natürlich haben wir uns schon Gedanken über eine mögliche Streckenführung gemacht, und ich bin mir sicher, dass wir eine Strecke finden werden“, so Rabe, „aber letztlich kommt es auf den Veranstalter an und ob dieser damit einverstanden ist.“ Damit spielt der 2. Beigeordnete den Ball wieder der Berliner Lopavent zu. „Wir rechnen fest mit Duisburg und bisher klappt die Zusammenarbeit außerordentlich gut“, lobt Björn Köllen vom Loveparade-Veranstalter. Während es bereits eine Grundidee fürs Programm gebe, sei bei der Streckenführung noch alles offen.

Ein ausgefallenes Outfit ist für viele Raver Pflicht, wenn sie an der Loveparade teilnehmen. (Foto: Gerd Lorenzen) Foto: WP

Die alte Güterbahnhof-Fläche hinter dem Hauptbahnhof sei von der Fläche her und der Nähe zum Nahverkehr die einzige Möglichkeit für die Loveparade – so die Einschätzung des Duisburger Jens Thiem. Er gehört zu den Mitveranstaltern der Ultraschall-Party-Reihe und hatte mit seinem Team sowie der Duisburg Marketing einen großen Wagen für die Dortmunder Loveparade 2008 gestellt. „In Duisburg wären wir auf jeden Fall wieder dabei. Für uns wäre das ein absolutes Heimspiel“, sagt Thiem. Auch für Bochum habe es bereits ein fertiges Konzept für einen Wagen gegeben.

"Da hat sich keiner mit Ruhm bekleckert"

Thiem ist einer von vielen Ruhrgebietlern, der die Absage der Loveparade in Bochum für dieses Jahr bedauert. „Da hat sich keiner mit Ruhm bekleckert“, blickt Sabine Brustmann vom Projektmanagement der Revier-Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr zurück. In den Räumen dieser Gesellschaft haben sich deshalb die Kommunen im März zu einem Loveparade-Gipfel getroffen. Dabei haben sich die beteiligten Städte laut Ergebnisprotokoll darauf geeinigt, dass die Loveparade im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2010 in Duisburg und 2011 in Gelsenkirchen. „Die Teilnehmer begrüßen die Aufnahme der Loveparade 2010 als Leitprojekt der Kulturhauptstadt“, heißt es weiter.

Die Loveparade in Dortmund stand unter dem Motto "Highway to Love". (Foto: Ilja Höpping) Foto: WAZ

Mit mindestens einer Million Besucher kalkuliert Björn Köllen von Lopavent für den Massenrave. Bei einer solch großen Veranstaltung wird schon jetzt viel über die Sicherheit diskutiert. Einige Irritationen hatte es nach einer Pressemeldung der Polizei gegeben, die darauf hinwies, dass ein „entsprechend großer Polizeieinsatz“ vonnöten sei und es auch nicht einfach sei, eine Fläche für eine Veranstaltung dieser Größenordnung zu finden (DerWesten berichtete). In der NRZ stellte der Duisburger Polizeisprecher Ramon van der Maat unterdessen klar, dass von eklatanten Sicherheitsschwächen nie die Rede gewesen sei und Duisburg kein Problem mit der Loveparade habe. „Dann gibt es eben einen größeren Polizeieinsatz. Wir sind hier doch Großveranstaltungen gewohnt“, so van der Maat.

Stadt setzt Vertrauen in den Veranstalter

Großes Vertrauen setzt der Beigeordnete Wolfgang Rabe in Lopavent: „Das sind Profis, die würden auch keine Strecke auswählen, bei der es Sicherheitsbedenken gibt“. Ob es eine unproblematische Route in Duisburg gibt, werden erst die nächsten Monate zeigen. Bis dahin müssen die Loveparade-Anhänger weiter den Absichtserklärungen der Stadt und der Veranstalter vertrauen.

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