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Museums-Neuordnung - „Kleine“ Lösung für Berlin

22.08.2013 | 18:09 Uhr
Museums-Neuordnung - „Kleine“ Lösung für Berlin
An der Neuen Nationalgalerie soll ein weiteres Museum entstehen.

Berlin.   Seit einem Jahr wird gestritten über die geplante Verlegung der Gemäldegalerie „Alte Meister“ am West-Berliner Kulturforum. Dort sollte die Sammlung Pietzsch die Lücken der Berliner Museen in der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts schließen. Nun bekommt die Sammlung ein eigenes Museum für 130 Millionen Euro.

Mehr Platz für die Kunst des 20. Jahrhunderts: Berlin soll ein neues Museum für die Moderne bekommen – im Schatten der Neuen Nationalgalerie, dem gläsernen Solitär von Mies van der Rohe. Der Plan ist umstritten.

Rund 130 Millionen Euro wird der Neubau für die Sammlungen des 20. Jahrhunderts den Bund kosten, in acht Jahren könnte er bereits fertig sein. Schnell und günstig wäre das –im Vergleich zu den Alternativen. Seit einem Jahr herrscht heftiger Streit um die Neuordnung der Berliner Kunstsammlungen auf der Museumsinsel im Osten und am Kulturforum im Westen, mit seiner Neuen Nationalgalerie und der Gemäldegalerie der Alter Meister, den Werken des 13. bis 18. Jahrhunderts.

Wunschvorstellung ist viel zu teuer

Die Wunschvorstellung der Museumsleiter: Die Alten Meister ziehen in einen Neubau an der Museumsinsel, das ganze Areal beheimatet künftig die Kunst von der Antike bis zum 19. Jahrhundert. Am Kulturforum wäre dann Platz für die Sammlungen des 20. Jahrhunderts, neue Schenkungen und alte Bestände, die bislang in Depots schlummern. Das Problem: Die Alten Meister wären nun ihrerseits zum Teil im Depot verschwunden, bis ihr Neubau eines Tages fertig wäre. Unvorstellbar – für die Freunde der Gemäldegalerie. Die Welle der Empörung brandete auf, die Museumsleiter ruderten zurück und gaben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Das Ergebnis: Die Wunschvorstellung ist mit rund 400 Millionen Euro viel zu teuer.

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Deshalb jetzt die kleine, weniger teure, aber nicht unproblematische Lösung. Der Traum ist aus - von der klugen, besucherfreundlichen Aufteilung von alter und neuer Kunst auf die Museumsinsel im Osten und das Forum im Westen. Stattdessen ein fast unmögliches Vorhaben: Wie baut man neben einer Architekturikone? Ein neues Museum, auf dem Nachbargrundstück der Neuen Nationalgalerie, müsste im Idealfall unsichtbar sein. Tatsächlich aber ist ein Bau mit drei hohen Obergeschossen geplant und einer Ausstellungsfläche von knapp 10000 Quadratmetern. Der nächste Bundestag muss den Plan noch absegnen.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann glaubt, dass das Kulturforum an Attraktivität gewinnen wird – doch die Sorge ist groß, dass die Kunst des 20. Jahrhunderts auf der Rückseite der Neuen Nationalgalerie vom Dornröschenschlaf erfasst wird, der über dem gesamten Kulturforum liegt. Zumal der stärkste Magnet - die Neue Nationalgalerie - ab 2015 für drei Jahre schließt. Der Bau von 1968 wird saniert.


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