Museum profitiert von Verlagsstreit

Leipzig/Rheinsberg..  Das Kurt Tucholsky Literaturmuseum profitiert vom skurrilen „Wanderhuren-Streit“ zwischen den Verlagen Voland & Quist und Droemer Knaur. Voland & Quist kündigte an, 12 500 Euro an das Museum im brandenburgischen Rheinsberg zu spenden.

Das Geld ist der Reinerlös einer Sammelkampagne, die der Leipziger Verlag zur Finanzierung eines Rechtsstreits mit Droemer Knaur gestartet hatte. Der Verlag Droemer Knaur war juristisch gegen das satirische Büchlein „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ des Leipziger Autors Julius Fischer vorgegangen. Zu groß erschien dem Großverlag die Nähe des Titels zur kommerziell erfolgreichen Wanderhuren-Reihe. In zweiter Instanz entschied jedoch das Oberlandesgericht Düsseldorf, dass der Titel von der Kunstfreiheit gedeckt sei. „Dass diese Spende dem Kurt-Tucholsky-Museum zugute kommt, das sich dem Erbe eines des bekanntesten Satirikers deutscher Sprache widmet, finden wir folgerichtig“, teilten Voland & Quist mit.