Münster-Krimi

Sonderlich originell ist der Ansatz von Jürgen Kehrers „Lambertussingen“ nicht: Ein Serienvergewaltiger schafft es, hinter einer perfekten Tarnung als Biedermann sein Unwesen zu treiben – bis ihm ein Fehler unterläuft. Ein Standardmotiv. Und dass in einem Krimi aus Münster das Fest des Stadtpatrons St. Lambertus eine entscheidende Rolle spielt? Nun ja...

Doch Kehrer, gewiefter Routinier, versteht es, auch Hausmannskost raffiniert zu würzen. Er verblüfft mit sorgfältig recherchiertem Spezialwissen (etwa über die Herkunft seiner Rechtsmedizinerin Yasi Ana). Ihre unkonventionelle Lebenseinstellung und ihre hintergründig-komischen Sprachschnitzer fordern ihre Mitarbeiter und die Leser gleichermaßen heraus. Wechsel in der Erzählperspektive, die Einsicht in die Psyche des Täters bieten, und unerwartete Wendungen schaffen immerhin Spannung.

Jürgen Kehrer: Lambertussingen. rororo, 313 Seiten, 9,99 €

Solide Unterhaltung