Archäologiemuseum
Motte bereichert ab Samstag die Ausstellung „AufRuhr 1225!“
23.03.2010 | 18:29 Uhr 2010-03-23T18:29:00+0100
Herne.Eine 25 Meter hohe Turmhügelburg erhebt sich im Schatten des Herner LWL-Museums für Archäologie. Ab Samstag wird die so genannte Motte für Besucher der Mittelalterausstellung „Aufruhr 1225“ geöffnet.
Fußgänger bleiben stehen und legen erstaunt den Kopf in den Nacken, sogar Autos sollen schon mitten auf der Straße angehalten haben. Kein Wunder, gegenüber dem Kulturzentrum gibt es etwas zu sehen. 25 Meter hoch erhebt sich dort eine hölzerne Turmhügelburg, die sich als „Leuchtturm“ der Kulturhauptstadt einen Ruf erwerben will. Gestern wurde sie, leicht verspätet, im Kreise offizieller Gäste eröffnet.
Geradezu euphorisch nahm Barbara Rüschhoff-Thale das Bauwerk in Augenschein, das noch zu ihrer Amtszeit als Leiterin des Herner Archäologiemuseums geplant worden war. Als Dezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe sah sie nun den Traum in Holz gezimmert. „Ich kann es kaum glauben“, sagte sie gestern hoch über den Dächern Hernes auf der Wehrplattform der Burg, die sie mit den Geladenen als erste besteigen durfte. „Weltweit gibt es nur fünf solcher Türme.“
Teil der Ausstellung „AufRuhr 1225!“
Sie dankte Stefan Leenen, dem Projektleiter der vor knapp vier Wochen eröffneten Sonderausstellung „AufRuhr 1225!“ und geistigen Vater der Rekonstruktion, „der von Anfang an daran geglaubt hat, dass das funktioniert“. Die Turmhügelburg ist Teil der Ausstellung und soll mit Ausnahme des Eröffnungstages auch nur im Zusammenhang mit ihr zu besichtigen sein (siehe Infokasten), schon um sie deutlich vom „Abenteuerspielplatz“ zu unterscheiden, wie Marketingferentin Eva Masthoff gestern erklärte.
Gefertigt hat die Holzkonstruktion der Herner Zimmermann Bernd Krupka mit seinen Mitarbeitern. So etwas wie die Burg „baut man einmal im Leben“, sagte er gestern. „Das war eine Herausforderung für uns.“ An solche Dimensionen begebe sich ein Holzbaubetrieb wie der seine im Tagesgeschäft eigentlich gar nicht mehr.
Motte soll möbliert werden
Klar ist: Die Motte (im französischen Original château à motte) hat so nicht existiert. Vielmehr stützt sich die idealtypische Konstruktion auf Vorbilder in den Regionen Niederrhein, Rheingau und Franken. Holzburgen wie diese sind für die meisten Adeligen im Mittelalter der übliche Wohnsitz gewesen. Der Mottenhügel orientiert sich an der Niederungsburg von Wegberg-Ophoven. Die Burg Nollig oberhalb der Stadt Lorch im Rheingau dient im Schaftbereich als Vorbild, das Vollwalmdachwerk ist dem Templerhaus in Amorbach nachempfunden. Anstelle eines Satteldachs wurde ein Wehrgeschoss installiert: Es hat den Vorteil, über eine richtlinientreue Treppenanlage zugänglich zu sein. Zugeständnisse wurden auch an Brandschutz und andere Sicherheitsverordnungen gemacht. Der Archäologe Michael Scheffold wurde eigens als extrener Berater engagiert, um wissenschaftliche Frage zum Mottenbau zu erforschen. Die Motten prägten zwar das Erscheinungsbild der Ruhrregion, sind aber nicht erhalten.
Zur Eröffnung soll die Motte übrigens auch möbliert sein. Die Besucher sollen dort u.a. ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer vorfinden - so wie die adeligen Bewohner sie vor acht Jahrzehnten verlassen haben könnten. Wie lange die Motte stehen bleibt, ist noch nicht ganz klar. Laut Museumsleiter Josef Mühlenbrock gibt es eine Baugenehmigung bis Ende des Jahres. „Wir würden aber natürlich die Motte gerne in Herne halten.“
11:10
Unser neues Schmuckstück ist die fünfte, also nicht die einzige:
in 24321 Lütjenburg, Bunendorp steht seit 2003 eine in der Gegend rum, und der geht es auch noch ganz gut, wie es scheint.
http://www.turmhuegelburg.de/
Warum sollte unsere abgerissen werden? Es sei denn, sie wird in ein größeres Areal versetzt, in dem es dann noch andere Sachen gibt. Wohnhaus, Kapelle, Stall, Wirtschaftsgebäude, Schmiede, Backhaus, Speicher, Brunnen, Burgtor, Wallanlage, was so eine FrühMi-Siedlung halt braucht... :-D
Aber mal ernst: es wird allmählich Zeit, daß die Erkenntnis reift, daß Geschichte in Herne nicht nur Kohle und 2. Weltkrieg bedeutet. Da macht unser Museum einen großartigen Job.
Respekt und Anerkennung!
17:36
Ich bin auch dafür das der Turm stehen bleibt!
Wäre das nicht eine neue Bleibe für unser
Fianzamt?:))
14:09
dazu verkennt man aber die herner kleingeister... was irgendwer muehsam aufbaut hauen herner kleingeister mit dem allerwertesten wieder um.. so einfach ist das..
denn otto normalverbraucher denkt sich prima.. das sieht gut aus.. lass es stehen.. der kleingeist sagt.. hau wech den dreck in genau sagen wir masl.. 12 monaten .. ende ich habe gesprochen
11:27
Ich muss das Archäologiemuseum des LWL zu diesem Projekt beglückwünschen!. Die Stadt Herne kann ich als Teilnehmer der Eröffnung nur aufmuntern, die Baugenehmigung für die Motte über das Jahresende unbefristet zu verlängern. Einen solchen historischen Leuchtturm abzubauen und woanders hin zu verfrachten wäre geradezu. Wo sonst, wenn nicht auf dem Gelände des Archäologiemuseums, macht eine solche Turmhügelburg Sinn?
Reinhart Hassel
Regionalforstamt Ruhrgebiet
10:36
sieht nicht gerade gut aus
08:34
... tja, das mag hart und schwer verwirrend sein, wenn die Erbsen für die Suppe nicht vorgezählt werden.
Alles immer nur mies machen, das baut auf - gilt aber zum Glück nicht für jeden ...
Anfangs löste allein schon das komische Wort Motte Desinteresse aus - aber jetzt, wo sie sichtbar geworden ist, muß man ganz einfach zugeben, das Ganze unterschätzt zu haben.
Ein beeindruckender Bau und faszinierend die Berichte in verschiedenen Medien über die geschichtlichen Hintergründe und Bauvorgaben.
Wenn man die beauftragten Handwerker mit Glanz auf den Augen berichten liest, wie einmalig diese Arbeiten für sie waren, dann kann man nur Anerkennung zollen.
Das imposante Bauteil wirkt auch oder besonders an dieser Stelle in der Tat wie ein Wahrzeichen und steigert das Interesse insgesamt.
08:23
Vielleicht zwangsweise ,-)
21:48
so wie die adeligen Bewohner sie vor acht Jahrzehnten verlassen haben könnten
Ich wusste gar nicht, dass1930 noch Adlige in Herne auf einem Trum wohnten? ;-)
19:26
Hoffentlich bleibt uns die Motte über das Jahresende hinaus erhalten. Ist ein echter Hingucker, und hat die Ambitionen zu einem Wahrzeichen der Stadt zu werden.
18:35
Hartes Teil! Erwarten wir einen Angriff???