Motörhead - Hart aber herzlich
28.08.2008 | 08:54 Uhr 2008-08-28T08:54:00+0200
Die Anhänger der Band sind so zahlreich wie prominent: Metallica-Drummer Lars Ulrich gründete einst den amerikanischen Motörhead-Fanclub; Foo-Fighters-Chef Dave Grohl schlug das Trio für die „Rock'n'Roll Hall Of Fame” vor. freizeit sprach mit Boss Lemmy Kilmister u.a. übers neue Album "Motörizer"
Mister Kilmister, erklären Sie uns doch bitte das Geheimnis des Motörhead-Sounds.
Lemmy: Unser Geheimnis? Das ist so geheim, dass selbst ich es nicht kenne. Ich bin einfach viel zu nah an der Materie dran, um solch eine Frage beantworten zu können. Ich glaube nicht, dass es Magie ist. Wir sind einfach drei Typen, die mit Spaß und Leidenschaft Rock'n'Roll spielen.
Wie entwickeln Sie eigentlich Ihre Songideen?
Lemmy: Ich schreibe gern zu Hause, aber ausschließlich die Texte. Schließlich kann keiner von uns Noten lesen. Phil kann noch nicht mal eine englische Zeitung lesen (lacht). Wir kommen zusammen und machen es. So einfach ist das.
Ihre Mitspieler Phil Campbell und Mikkey Dee kennen Sie mittlerweile seit 25 bzw. 15 Jahren. Welche Rolle spielt das gewachsene Vertrauen im kreativen Prozess?
28.11., 19 Uhr, in der Philipshalle Düsseldorf.
Karten (ca. 40 €) sind in unseren TICKET-SHOPs erhältlich, 01805/280123, www.DerWesten.de/tickets
Lemmy: Beide haben kein Pro-blem damit, mir zu sagen, dass ich Scheiße gebaut habe. Ich im Gegenzug aber auch nicht. Die aktuelle Besetzung von Motörhead ist somit definitiv die beste. Wir sind schlicht unschlagbar.
Mit Ihren letzten beiden Alben haben Sie jeweils die deutschen Top Ten geknackt. Glauben Sie, dass „Motörizer” ein ähnlicher Erfolg wird?
Lemmy: Vielleicht werden wir ja diesmal die Nummer eins. Die deutschen Fans haben buchstäblich unser Leben gerettet. Es gab mal eine Zeit, in der wir mit Motörhead in England und Amerika überhaupt keine Auftritte mehr bekommen konnten. Bis auf die Deutschen wollten alle plötzlich nur noch HipHop hören. Und deswegen komme ich immer wieder gern zu euch.
Im Song „One Short Life” zitieren Sie Ratschläge Ihrer 90-jährigen Mutter. Hören Sie noch immer auf sie?
Lemmy: Meine Mutter hat mir schon sehr früh geraten, ich solle mich stets gut benehmen und integer bleiben, damit sie stolz auf mich sein kann. Anfangs hatte sie noch gehofft, ich würde einen vernünftigen Beruf ergreifen. Aber wie denn, ohne Schulabschluss?
Im Internet kursiert eine Petition, Sie zum Ritter schlagen zu lassen. Schmeichelt das?
Lemmy: Ich besitze keinen Computer und habe es nicht gesehen. Ehrlich gesagt: Ich finde das lächerlich. So was macht in meinem Fall doch überhaupt keinen Sinn.
Was anderes: Wem haben Sie den Liebessong „English Rose” gewidmet?
Lemmy: Einem englischen Mädchen, das in L.A. lebt.
Können Sie sich eigentlich noch unbefangen verlieben?
Lemmy: Es wird immer schwieriger. Man ist irgendwann übersättigt und schwört sich: Bloß nie wieder verlieben! Aber wenn es dich erwischt hat, kannst du eh nichts dagegen tun. Meistens passiert das in dem Moment, wenn du mit der Liebe abgeschlossen hast. Schon beginnt das alte Spiel von vorne, und man benimmt sich wieder wie ein Idiot.
Haben Sie so etwas wie eine beste Freundin, nur zum Reden?
Lemmy: Nein, das funktioniert nicht. Ich kenne viele Frauen, die ich als Freundinnen bezeichnen würde. Aber insgeheim will ich jede einzelne rumkriegen. Mit einer hässlichen Frau würde es vielleicht klappen (lacht).
Sind Sie ein Mann für eine feste Beziehung?
Lemmy: Nicht wirklich. Ich bin eher jemand, der dauernd Spaß haben will. Ich liebe Frauen. Leider nicht nur eine, sondern alle. Bisher ist mir noch keine begegnet, die mich davor bewahrt hat, anderen Frauen hinterherzugucken. Sollte ich trotzdem noch einmal heiraten, werde ich auf jeden Fall ein treuer Ehemann sein. Warum sollte man sonst auch heiraten? Aber zum Glück habe ich Hobbys.
12:51
Lemmy my man, don´t talk make some noise.