Mons baut ab

Mons..  Aus Sorge um die Sicherheit gibt die Europäische Kulturhauptstadt Mons ein Wahrzeichen auf: Die riesige Holzlatten-Konstruktion „The Passenger“ des Künstlers Arne Quinze wird wegen Instabilität abgebaut. Damit verliert die Kulturhauptstadt südwestlich von Brüssel kurz vor der offiziellen Eröffnung am 24. Januar eine ihrer Hauptattraktionen.

„Zeit zum Nachdenken nehmen“

Quinze (43) zeigte sich schockiert: „Mir fehlen fast die Worte, es ist, als ob ich ein Kind verliere“, sagte er. Nachdem die als gigantischer „Wald aus Streichhölzern“ beschriebene Installation am Heiligabend in Teilen zu Boden gegangen war, wurde sie zwar repariert. Doch die Probleme blieben: Anwohner sprachen von Knackgeräuschen, ein Teil senkte sich erneut ab. Die Straße, die das Gebilde wie Astwerk überspannte, musste gesperrt werden.

Den Abbau der 85 Meter langen und 16 Meter hohen Installation hält auch Quinze für unvermeidlich, eine Reparatur hätte zu lange gedauert; er führt die Probleme auf einen nachgebenden Stützpfeiler zurück, der eine Kettenreaktion ausgelöst habe. Die Struktur selbst sei solide gewesen.

„Wir müssen uns jetzt Zeit zum Nachdenken nehmen, über einen Wiederaufbau ist nicht gesprochen worden“, sagte der Bürgermeister von Mons und ehemalige belgische Premier Elio Di Rupo. „Erstmal muss der Schock verarbeitet werden.“

Eigentlich hätte das rund 400 000 Euro teure Kunstwerk fünf Jahre lang an Ort und Stelle bleiben sollen. Die Aussichten dafür schienen gut: Quinze – Ex-Mann von Barbara Becker – hat in der Vergangenheit etliche ähnliche Kunstwerke in Städten wie Paris, München oder Brüssel errichtet, ohne dass irgendetwas passierte.

Die Stadt traf die Entscheidung zum Abbau auf Anraten von Experten und in Abstimmung mit Feuerwehr, Polizei, dem Künstler und den Verantwortlichen für das Kulturhauptstadt-Projekt.

Der Kurator der Kulturhauptstadt Yves Vasseur betrieb Schadensbegrenzung: „Mons 2015, das sind 300 Projekte. Für einen Erfolg bleiben noch 299 übrig.“