Mona Lisa als Schnäppchen

Die Mona Lisa für umgerechnet vier Millionen Euro – ein Schnäppchen, möchte man meinen. Aber dann hört man, dass es ja nur ein Siebdruck von Leonardos Mona Lisa war, der auf der Art Cologne am Wochenende das meiste Geld für einen einzelnen Kunstverkauf erbracht hat. Und dann auch noch ein Druck in Schwarz-Weiß!

Darüber, dass die Qualität des Drucks schon zu Zeiten seiner Anfertigung in den sechziger Jahren hundsmiserabel war, tröstet auch nicht hinweg, dass er die „Gioconda“ gleich vierfach zeigt. Es handelt sich, Sie ahnen es längst, bei dieser abgekupferten Mona Lisa um einen echten Warhol. Dagegen kann man über den Käufer des guten Stücks nicht mit Sicherheit sagen, ob es sich um einen echten Sammler handelt, denn Warhols Vierfach-Ikonen von Popstars (und darum handelt es sich nicht nur bei Elvis oder Marilyn Monroe) haben sich zum Anlage-Objekt erster Güte entwickelt. Warhols vierfacher Marlon Brando aus dem Aachener Spielcasino wurde im vergangenen November bekanntlich für rund 70 Millionen Dollar versteigert.

Da könnten sich die vier Millionen, so tickt der übergeschnappte Kunstmarkt unserer Tage, am Ende doch noch als echtes Schnäppchen erweisen.