Mönche aus Bhutan streuen in Bochum ein Sandmandala
30.09.2011 | 15:24 Uhr 2011-09-30T15:24:00+0200Bochum.Mönche aus Bhutan streuen zum Abschluss der Ruhrtriennale 2011 ein Sandmandala in der Jahrhunderthalle in Bochum. Interessierte können den Mönchen dabei zusehen und an der Zeremonie der rituellen Zerstörung teilnehmen.
Die Ruhrtriennale 2011 neigt sich dem Ende entgegen. Zum Abschluss steht das Projekt „Mandala“ auf dem Programm. Sechs Mönche aus dem Königreich Bhutan sind nach Bochum gekommen, um ein Sandmandala in der Jahrhunderthalle zu streuen.
Religiöses Meditationselement
Die Mönche Lopen Namgay Wangchuk, Lopen Sonam Tobgay, Lopen Phurba und Lopen Jamyang sitzen auf einer fünf mal fünf Meter großen Empore in der Jahrhunderthalle. In ihren traditionellen orange-roten Gewändern sitzen sie dort fast regungslos und lassen den feinen Mineralsand durch ihre Finger rieseln.
In der Jahrhunderthalle herrscht Stille, neben den Mönchen befinden sich auf der Empore nur die kleinen Plastiktöpfchen mit dem farbigen Sand. „Den haben wir in Bhutan aus weißem Stein und Mineralfarben selbst hergestellt“, erzählt Mönch Gembo Dorji.
Eine friedliche Atmosphäre herrscht in der Jahrhunderthalle. Die farbenfrohe, filigrane Arbeit der Mönche ist mehr als nur Kunst, die schön anzusehen ist: Das Sandmandala wird nach der Lehre der Drugpa-Kagyü-Schule des bhutanischen Buddhismus gestreut. In der buddhistischen Tradition ist das Mandala ein zentrales, religiöses Meditationselement. Die Betrachtung und das Streuen selbst ist eine wichtige Meditationsübung und -schulung.
Symbolische Bedeutung
Am 1., 2. und 3. Oktober von 12.30 bis 15 Uhr kann den Mönchen bei der Streuung zugeschaut werden. Um 13 Uhr gibt es jeweils eine Einführung ins Thema. Eine weitere Gelegenheit, die Mönche bei ihrer Arbeit zu besuchen gibt es am 6., 7. und 8. Oktober von 18 bis 19.45 Uhr. Eine Einführung gibt es an diesen Tagen jeweis um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.
Die Zerstörung des Mandalas findet am 9. Oktober um 17 Uhr statt. Begleitet wird die Zeremonie vom Vocalensemble ChorWerk Ruhr. Der Eintritt kostet fünf Euro. Karten für die Veranstaltung gibt es an der Ticket-Hotline unter
0 700/20 02 34 56.
Mönch Lopen Ugyen Dorij sorgt mit Ritualen und Gesängen für das gute Gelingen des Mandalas. Jeden Morgen ab vier Uhr, lange bevor die Mönche mit ihrer Arbeit beginnen, betet Lopen Ugyen Dorij.
Mandalas - wörtlich übersetzt bedeutet Mandala soviel wie Kreis oder Punkt - bilden den Palast einer Gottheit ab. Sie sind außerdem ein Abbild des Universums. Die Zeichnung eines Mandalas erfolgt nach bestimmten Regeln, so wird das quadratische Gebilde im Inneren des Mandalas zum Beispiel von einem Kreis umschlossen.
Jedes Detail in einem Mandala hat eine symbolische Bedeutung. Der Meditierende betritt das Mandala in Gedanken und kann dadurch mit der im Mandala residierenden Gottheit zusammentreffen. Den Mönchen kann bei der Streuung des Mandalas zugeschaut werden (Termine siehe Box).
Zerstörung mit Diamantzepter
Nach der Fertigstellung des Sandmandalas ist die Zerstörung ein elementarer Bestandteil der Zeremonie. In einem streng festgelegten Ritual wird das Mandala mit einem Diamantzepter zerstört. Diese Zerstörung steht für die Vergänglichkeit allen Seins. „Alles, was geboren wird, stirbt. So ist die Natur“, sagt Gembo.
Der heilige Sand des Mandalas wird mit guten Gedanken und Wünschen einem Gewässer übergeben, damit er sich verteilt und alle Wesen glücklich macht. „Es ist ein Weg, sich bei der Natur zu bedanken“, sagt Gembo.
Die Zerstörungs-Zeremonie ist ebenfalls öffentlich und soll gleichzeitig der feierliche Abschluss der Intendanz Willy Deckers sein.
11:40
Eine tolle Sache, aber die Veranstaltung zur Zerstörung ist schon seit Juli ausverkauft.
Wie kann man da noch die Hotline empfehlen?
20:37
#1 ich sehe Sie haben die Grundsätze des Budhismus voll und ganz verstanden...
20:13
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