Mittelalterschatz in neuem Glanz

Hildesheim..  Für seine hochkarätigen Schätze hat das Bistum Hildesheim ein neues Dommuseum geschaffen. Es beherbergt Kunstwerke aus der Zeit von der Spätantike bis heute, darunter eine 1000 Jahre alte Madonnenstatue sowie silberne Leuchter aus dem frühen Mittelalter. Der Hildesheimer Domschatz zähle zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Schatzsammlungen der Welt, sagte Museumschef Michael Brandt. Er gehört gemeinsam mit dem Dom und der Michaeliskirche zum Unesco-Weltkulturerbe.

„Einmaliger Glücksfall“

Fünf Jahre lang haben die Um- und Neubauten gedauert. Die Stadt und das Bistum Hildesheim feiern in diesem Jahr ihr 1200-jähriges Bestehen. Im vergangenen August war bereits der sanierte Dom eröffnet worden. Die Gesamtkosten sind inzwischen auf rund 41 Millionen Euro gestiegen, etwa 23 Millionen davon trägt das Bistum. Außerdem beteiligen sich EU, Bund und Stiftungen. Für das Museum waren zuletzt 10,4 Millionen Euro eingeplant, um wie viel höher die Kosten nun liegen, wird nach Kirchenangaben derzeit geprüft.

Museumschef Brandt schwärmt von der Architektur des neuen Museums, dessen Herzstück die ehemalige Antoniuskirche bildet. „Es ist ein einmaliges Raumensemble entstanden“, sagte er. Bischof Norbert Trelle eröffnet das Museum am Freitag gemeinsam mit der niedersächsischen Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz. Ab Samstag ist es für Besucher geöffnet. Sie betreten die Ausstellung über einen Kreuzweg mit Grabdenkmälern aus sieben Jahrhunderten.

Zu sehen sind insgesamt rund 600 Objekte. Zu den Glanzstücken zählt ein fast lebensgroßes Kruzifix aus der Zeit um 1000. Einzigartig ist darüber hinaus der sogenannte Domlettner, eine fast zehn Meter hohe Chorschranke aus der Renaissance, für die ein eigener Anbau errichtet wurde.

Dass der Domschatz so gut erhalten ist, hat mit dem Hildesheimer Bischof Bernward zu tun, der vor 1000 Jahren wirkte und 150 Jahre nach seinem Tod heiliggesprochen wurde. Alle von Bernward gestifteten Kirchenschätze wurden fortan so erhalten, wie sie waren. Für den Museumschef Brandt ist dies ein „einmaliger Glücksfall“.

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