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Mit Mundgeruch auf großer Reise

20.06.2007 | 09:02 Uhr

Was ist grün und hat gewaltig Mundgeruch? Richtig, kann nur ein Oger sein. Heute kommt "Shrek der Dritte" in die Kinos. Kinder werden sich vor Lachen wieder den Bauch halten. Ihre Eltern suchen derweil den Charme der ersten Teile.

Von wegen "der König ist tot, es lebe der König". Alles will Shrek, nur nicht die Krone, die sein dahingeschiedener Schwiegervater ihm auf dem Sterbebett zugedacht hat. Ein Leben am Hof, in Ordnung und Sauberkeit, nein das ist nichts für einen echten Oger. Er gehört in den Sumpf. Es muss doch einen anderen geben, der den Job übernehmen kann. Gibt es auch: Artus heißt der Knabe, genannt Artie. Doch Prinzessin Fionas rebellischer Cousin lebt in Übersee. Deshalb muss sich Shrek mit Esel und dem gestiefelten Kater auf die Reise machen.

Die Zeit drängt dabei. Zum einen, weil Shrek Vater wird. Zum anderen, weil Prince Charming seine Ansprüche auf den Thron noch immer nicht aufgegeben hat. Kaum ist Shrek unterwegs, rekrutiert der Prinz eine Armee aus so ziemlich allen Bösewichtern der deutschen und angloamerikanischen Märchenbücher. Zusammen überfallen sie das verwaiste Königsreich. Doch Prinzessin Fiona weiß sich zu wehren, bis ihr Mann zurück kommt.

Zugegeben, die Geschichte ist nicht besonders originell. Und nicht ganz einfach zu verstehen, wenn man die beiden ersten Teile nicht gesehen hat. Jüngere Zuschauer werden dennoch begeistert sein. Es gibt wie in den Vorgängern nette Kalauer, tolle Slapstickeinlagen und viel Klamauk. Es wird gerauft, gerangelt, gerülpst und gefurzt. Alles Dinge, die Kinder lieben. Alles Dinge aber auch, die Eltern normalerweise nicht unbedingt in Scharen mit ins Kino treiben.

Dennoch konnten sie unbesorgt mit ihrem Nachwuchs in die ersten beiden "Shrek"-Folgen gehen. Sie konnten schmunzeln über Parodien und Anspielungen auf große Filmklassiker. Oder staunen über die Respektlosigkeit, mit der die Reihe die bis dahin geltenden Regeln des Kinderfilms auf den Kopf stellte. Im dritten Teil können sie sich höchstens noch über die immer bessere Tricktechnik wundern, mit der das Dreamworks-Studio die Welt von "Far Far Away" zum Leben erweckt.

Natürlich hat der Film starke Momente. Das Begräbnis des Königs etwa gehört dazu, bei dem die Frösche am Hof inbrünstig den Wings-Klassiker "Live And Let Die" schmettern. Oder der Ausbruch von Fiona, Rotkäppchen und Cinderella aus dem Gefängnis, der stark an "3 Engel für Charlie" erinnert.

Ansonsten aber jagen die beiden Regisseure Chris Miller und Raman Hui zu schnell durch die Geschichte. Sie führen ein Dutzend neuer Figuren ein, haben aber gar keine Zeit, ihnen Tiefe zu verleihen. Selbst Esel und Kater, in den ersten beiden Teilen kongeniale Partner, kommen über weite Strecken kaum über die Rolle von Statisten heraus. Denn die drei Handlungsstränge, die Miller/Hui aufbauen, nehmen sich gegenseitig den Raum. Gute Ideen werden im Keim erstickt, starke Gags gehen in einem streckenweise aberwitzigen Tempo unter. Trotzdem wirkt der Film lahmer als die beiden Vorgänger. Wahrscheinlich, weil man fast alles so oder ähnlich schon einmal gesehen hat. Und weil der Oger selbst viel von seinen Ecken und Kanten verloren hat.

Das heißt allerdings nicht, dass "Shrek der Dritte" ein schlechter Film ist. Im Vergleich zu vielen Trickfilm-Konkurrenten ist er sogar gut. Er schafft es nur nicht, die hohen Erwartungen zu erfüllen, die er selbst mit den beiden Vorgängern geweckt hat.

Von Andreas Böhme

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