Interview
Mike Krüger: Der Mann mit dem richtigen Riecher
11.03.2010 | 16:52 Uhr 2010-03-11T16:52:00+0100
Das Comeback der „Zweiohrnase”: Alleinunterhalter und Werbe-Ikone Mike Krüger (58) ist vom Fernsehschirm zurück auf die Bühne gewechselt – zuletzt zu sehen im Duisburger Steinhof. Ebenda fand der Komiker zwischen „Vitello tonnato” und „Rigatoni all'arrabbiata” etwas Zeit, um mit uns zu sprechen.
Herr Krüger, Sie wirken um einiges schlanker als erwartet... jedenfalls im Vergleich zu Ihren Anfangszeiten.
Krüger: Ja, dann... Das ist ja auch über drei Jahrzehnte her. Seitdem habe ich nichts mehr gegessen (lacht). Bis heute!
Haben Sie im Laufe dieser Jahre festgestellt, dass sich das Humorverständnis der Deutschen gewandelt hat?
Krüger: Nein, es ist immer dasselbe. Nur die Themen haben sich vielleicht verändert. Wobei das große Hauptthema, also „Mann & Frau”, immer behandelt wird. Auch in meinen Programmen natürlich. Bei mir ist's sogar noch extremer – schließlich bin ich auch schon seit 35 Jahren verheiratet!
Wie kann eine Ehe im Showgeschäft so lange halten? Mir ist zum Beispiel kein Krüger-Privatskandal bekannt...
Krüger: Sehen Sie?! Das ist zum Beispiel eines meiner Geheimrezepte.
Was heißt das? Haben Sie sich einfach besser abgeschirmt als andere Stars?
18.3. Oberhausen (Ebertbad)*
18.4. Witten (Saalbau)*
19.4. Münster (GOP)
25.4. Gelsenkirchen (Kaue)*
28.4. Köln (Gloria)*
29.4. Düsseldorf (Savoy)
12.10. Recklinghausen (Vest Arena, verlegt vom 17.3.)*
15.10. Langenfeld (Schauplatz)
3.12. Krefeld (Kulturfabrik)
9.12. Gevelsberg (Schulzentrum)
10.12. Kreuztal (Stadthalle).
* Diese Karten (ca. 22-27 €) gibt's in unseren TICKET-SHOPs unter 01805/280123, www.DerWesten.de/tickets
Krüger: (lacht) Das habe ich versucht, genau wie mein guter Freund Tiger Woods. Wir sind bis vor ein paar Wochen noch zusammen um die Häuser gezogen... Nein, im Ernst: Zuerst braucht man natürlich eine Frau, die sagt: „Mir ist es egal, ob ich 200 Tage im Jahr alleine bin”. Und zum Glück habe ich so eine Frau schon vor meiner Karriere gefunden.
Sie bezeichnen sich als „Stand-up-Comedian” – dabei gibt es Sie doch schon länger als diesen Begriff.
Krüger: Stimmt. Früher hieß das einfach, auf gut Deutsch, „Alleinunterhalter”.
„Alleinunterhalter”, das klingt nach Handwerk. Wie gehen Sie an ein neues Programm heran? Mit einer Schablone?
Krüger: Bei mir geht es meist damit los, dass ich einen Song über etwas schreibe. Und dann frage ich mich: Wie findest du zu diesem Lied eine gute Überleitung? Diese Überleitungen sind im Laufe der Zeit natürlich immer länger geworden. Früher, zu meinen „Mein Gott Walther”-Zeiten, habe ich 90 Prozent meiner Auftritte singend bestritten, heute sind es jeweils zur Hälfte Songs und Wortbeiträge.
Ihr neues Programm heißt „Is' das Kunst, oder kann das weg?” Da denkt man an Dachboden-Stöbereien...
Krüger: Ach, guck an!
Ist das ein Bingo?
Krüger: Totales Bingo! Sie sind da auf der richtigen Fährte. Ich bin vor vier Jahren aus Quickborn zurück nach Hamburg gezogen. Und was nach diesem Umzug noch alles in den Kartons steckt, die auf der Bühne stehen werden, – das bespreche ich im Programm.
Haben Sie in den Kartons auch alte Nummern dabei?
Krüger: Besser nicht, sonst würden alle rufen: „Nein, Mike! Halte den Nippel!”
Aber der Zuschauer will doch auch Ihre Hits hören, oder?
Krüger: Natürlich gibt es bei mir die drei großen Nummern zu hören. Mehr aber nicht.
Themenwechsel: Sind Sie deshalb Tournee-Künstler geworden, weil Sie bereits auf der Durchreise geboren sind?
Krüger: Stimmt! Ich bin auf der Heimreise meiner Eltern unterwegs in Ulm geboren worden. Und deshalb bin ich jetzt auch Tournee-Künstler. Dass ich da selber noch nicht drauf gekommen bin... Kann ich das verwenden?
Sehr gerne.
Krüger: Über Ulm kann ich auch nichts Schlechtes sagen. Schließlich waren Hildegard Knef und Albert Einstein ebenfalls Ulmer. Mittlerweile habe ich die Intelligenz der Knef und die Figur von Einstein – da muss die Fee wohl ein paar Wünsche vertauscht haben.
Als Zehnjähriger sind Sie ins Internat gekommen. Weil Sie Ihr Umfeld seinerzeit schon mit Späßen terrorisiert haben?
Krüger: Ja, einerseits. Meine Zeugnisse waren aber auch einfach schlecht. Tja, und dann fand ich mich im Internat an der Nordsee wieder. Das verarbeite ich heute auf der Bühne.
Wie denn das?
Krüger: Jeden Abend mache ich meine eigene Therapiesitzung, indem ich von meiner furchtbaren Kindheit erzähle.
Verstehe. Früher war also doch nicht alles besser?
Krüger: Nein. Und das Essen war damals auch nicht so gut. Schreiben Sie das bitte!

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