Maximilian Schmitt ist Deutschlands Tenorhoffnung

Der Tenor Maximilian Schmitt gastiert am Sonntag (11.1.) in Essens Philharmonie. Begleitet vom WDR-Orchester singt er Arien romantischer Opern, etwas aus Webers „Freischütz“.
Der Tenor Maximilian Schmitt gastiert am Sonntag (11.1.) in Essens Philharmonie. Begleitet vom WDR-Orchester singt er Arien romantischer Opern, etwas aus Webers „Freischütz“.
Foto: Christian Kargl
Was wir bereits wissen
Gefragt ist er inzwischen europaweit. Doch Tenor Maximilian Schmitt pflegt eine vorsichtige Karriere. Wir verlosen Karten für sein Essener Konzert am Sonntag.

Essen.. Wien, Budapest, Amsterdam: Auf Maximilian Schmitts Terminkalender finden sich längst lauter erste Adressen. Diesen Sonntag gibt der Tenor mit einem Arienabend (Wagner, Weber, Schubert) an der Seites der WDR-Sinfoniker in Essens Philharmonie sein Debüt. Lars von der Gönna sprach mit dem aufstrebenden Opernstar über Versuchungen, Idole und Domspatzen.

Wie ist das, wenn man Sie eine große deutsche Tenorhoffnung nennt?

Maximilian Schmitt: Einerseits fühle ich mich geschmeichelt. Andererseits frage ich: Warum Hoffnung? Wir haben ja doch viele gute Tenöre.

Sie könnten auch selbstbewusst zurückfragen: Wieso Hoffnung? Ich bin doch schon da!

Schmitt: (lacht) Einerseits vielleicht. Aber Hoffnung passt da schon besser. Ich sehe mich doch noch auf dem Weg, da ist noch viel zu tun.

Einer, der seine Grenzen kennt – und achtet

Sie werden längst auch international beachtet. Aktuell singen Sie in der Amsterdamer „Zauberflöte“. Da möchten Sie manche Häuser schon als Wagners „Lohengrin“ buchen. Muss man stark sein, Versuchungen nicht zu früh zu erliegen?

Schmitt: Das ist wirklich eine große Schwierigkeit. Die Verlockungen sind sehr groß. Natürlich gibt es auch Beispiele, wie jemand eine Riesenpartie sehr früh annimmt und es wunderbar funktioniert. Aber es gibt mindestens ebenso viele, wo es danebengeht – das sind die tragischen. Man muss einen Instinkt entwickeln: Was kann ich? Was kann ich nicht? Das schützt einen bestenfalls. Ich habe das Glück einer sehr bedächtigen Agentin, die daran interessiert ist, dass wir alle gesund bleiben...

Jeder muss seinen eigenen Weg machen, aber es gibt doch große Vorgänger. Bewundern sie einige Kollegen ganz besonders?

Schmitt: Fritz Wunderlich ist ein Idol, aber auch Peter Schreier. Manchmal sage ich ein bisschen despektierlich: „Wenn ich Stücke studiere, höre ich mir Schreier für die Technik an und Wunderlich für die Seele.“ Mir fallen so viele ein: Ben Heppner, Peter Seiffert. Aber auch Placido Domingo. Der Mann hat 200 Opernpartien in seinem Leben gesungen und steht immer noch auf der Bühne. Mich beeindrucken Künstler, die ihren Weg gegangen sind, die ihre Vorstellung umgesetzt haben.

Als Domspatz war es nicht nur ein Vergnügen

Man sieht es Ihnen nicht mehr an, aber Sie waren ein Regensburger Domspatz. Exzellenzchöre dieser Art sind zuletzt in die Kritik geraten. Wie haben Sie die Zeit erlebt?

Schmitt: Ich bin Regensburger, ich musste also nicht im Internat leben, konnte zum Schlafen nach Hause, das ist ein sehr wesentlicher Unterschied. Wenn das für meinen Sohn eine Option wäre, würde ich ihn fragen: Willst du das wirklich? Es ist sehr viel Arbeit, gerade als Kind, wo man doch gerade gerne Fußball spielen möchte, aber es ist jetzt halt Chorstunde. Dazu jährlich 80 Auftritte, zusätzlich die Gottesdienste...

Was hat man als Domspatz besonders gelernt? Disziplin?

Schmitt: Nö. In einem Internat mit 400 Jungen passiert auch sehr viel, was mit Disziplin gar nichts zu tun hat. (lacht) Aber viel Musikalität habe ich erfahren. Ich war noch zu Zeiten von Domkapellmeister Georg Ratzinger dort. Der war ein Verfechter großer Reinheit, von Stil und einer ganz großen Piano-Kultur. Es hat sich bis heute tief in mir verwurzelt. Aber man hat bei den Domspatzen ganz klar auch gelernt, dass Kunst sehr viel mit Arbeit, Fleiß, Kontinuität zu tun hat. Für mich war das gut. Das kann man aber bestimmt nicht für jeden sagen.

In der Reihe „Große Stimmen“ ist Maximilian Schmitt Sonntag (11. Januar, 17h) Gast der Philharmonie Essen. Er singt u.a. Arien aus dem „Freischütz“ und „Rienzi“. Karten (ab 11€) gibt es an der Tageskasse oder unter 0201-8122200.


3 x 2 Leser laden Philharmonie und Ihre Tageszeitung gratis ins Konzert. Wer Sonntag dabei sein will, wählt bis Freitag (9.1.15) bis 14h die Telefonnummer 01378 / 78 76 21 ( 0,50€/ Anruf aus dem dt. Festnetz, Mobilfunktarif höher).