Mataré, mehr als ein Bildhauer

Kleve..  Er war ein Großer der Klassischen Moderne, aufmüpfiger Schüler von Lovis Corinth, Meisterschüler des Historienmalers Arthur Kampf, an der Düsseldorfer Akademie später Lehrer von Georg Meistermann und Joseph Beuys. Das Werk von Ewald Matare (1887-1965), von den Nazis als „entartet“ diffamiert, darf als das Herzstück des Museums Kurhaus Kleve gelten. Ebendort zeigt man jetzt aus Anlass seines 50. Todestages eine große Matare-Ausstellung mit etlichen Leihgaben sowie Objekten aus der eigenen Sammlung und lenkt als erstes Museum überhaupt den Blick auf seine frühen, die „Berliner Jahre“.

Seine sakralen Auftragsarbeiten, darunter das eindrucksvolle Südportal des Kölner Doms, die Portale am Salzburger Dom und an der Weltfriedenskirche in Hiroshima, die hand- und augenschmeichlerischen Kuh- figurinen: Das alles ist bekannt´und benannt, aber Matare als Maler?

Er selbst, wie sein Freund Ludwig Mies van der Rohe Mitglied der kunstradikalen Berliner „Novembergruppe“, die von der Vereinigung von Kunst und Volk träumte, hat sein malerisches Frühwerk „verworfen“ und sich schon in den 1920er Jahren vor allem dem Holzschnitt und dann der Plastik zugewandt. In Kleve aber ist nun auch der Künstler Matare zu entdecken, der sich in der Riege der deutschen Expressionisten auch mit Pinsel und Palette durchaus behaupten kann.

Die sehenswerte Ausstellung im Kurhaus wird von einer Auseinandersetzung mit Matares Werk im öffentlichen Klever Raum und einer kleineren Schau in seiner Wahlheimat Meerbusch-Büderich flankiert. Inzwischen sind ein umfassender Katalog und auch das Werkzeichnis seiner Aquarelle erschienen.

Die ab Sonntag geöffnete Ausstellung im Museum Kurhaus Kleve ist ab Sonntag bis zum 28.Juni 2015 geöffnet, dienstags bis sonntags zwischen 11 und 17 Uhr.

Tiergartenstraße 41

47533 Kleve

Eintritt: 7 Euro.

Weitere Infos unter Tel. 0 28 21 / 7 5010 oder im Internet unter www.museumkurhaus.de