Das aktuelle Wetter NRW 7°C
Musik

Marx macht Murks - „Inside My Head“ eine Enttäuschung

08.06.2012 | 16:01 Uhr
Marx macht Murks - „Inside My Head“ eine Enttäuschung
Lässt sein Talent diesmal nur ganz selten aufblitzen: Richard Marx. Foto: Booklet

Essen.  Mit seinen Songs setzte er Maßstäbe für die Rockmusik der späten 80er- und 90er-Jahre: Richard Marx steht für Millionenhits wie „Should’ve Known Better“. Nun gibt’s ein neues Album: „Inside My Head“ ist allerdings eine einzige Enttäuschung.

Spätestens in den 90er-Jahren waren seine Lieder der Maßstab für auf Hochglanz polierte, elegante Rockmusik aus den USA. Seine Stimme hatte den Gänsehautfaktor. Und was die Arrangements, die Instrumentierung und vor allem die Gabe angeht, grandiose Hooklines zu finden, machte Richard Marx auch keiner was vor. Seine Hits verkauften sich mehr als 30 Millionen Mal und hatten folglich ein Abo auf die Hitparade.

Nun ist nach längerer Pause sein neues Album „Inside My Head“ (Tour D’Force) zu haben. Der Fan von anno dazumal freut sich natürlich auf derlei Wiederkehrer, doch nachdem er sich die 13 neuen Lieder zu Gemüte geführt hat, ist die Euphorie Ernüchterung gewichen. Wenn man es wohlmeinend auf den Punkt bringen möchte, liefert Mister Marx Routine auf hohem Niveau ab. Zumeist hat der 49-Jährige jedenfalls nicht mehr zu bieten als überraschungsfreie Dutzendware, die er in seinen Glanzzeiten mutmaßlich aussortiert hätte. Bezeichnend, dass Marx quasi als Verkaufsargument noch eine Best-Of-CD mit den alten Hits beilegt.

Kreative Ödnis

Bestes Beispiel für die kreative Ödnis ist die Single „Wouldn ´t Let Me Love You“. Auch die obligatorischen Balladen sind nicht mal ansatzweise auf Augenhöhe mit Kuschel-Klassikern wie „Right Here Waiting For You“.

Mister Marx, das ist Murks!

Was der Mann kann, blitzt später immerhin kurz auf, beispielsweise in der angefunkten Nummer „Scars“ – ja, so abgezockt und spannend kann man’s machen. Aber leider gelingt das diesmal viel zu selten.

Michael Minholz



Kommentare
Aus dem Ressort
Essener Regisseur inszeniert „Wunder von Bern“ als Musical
Musical
Folkwang-Professor Gil Mehmert führt Regie – ein Gespräch vor der Premiere am Sonntag in Hamburg über Revier-Verbundenheit, einen neuen Schub für die deutsche Musical-Szene und die Wiederbelebung von Wir-Gefühlen“ und Teamgeist.
Buch erzählt die Geschichte der Popolskis und der Pop-Musik
Comedy
Nach der Auflösung der Familie Popolski wird ihr verrücktes Treiben auf den Bühnen und im Fernsehen in Buchform festgehalten. Pavel Popolski alias Achim Hagemann erzählt die frei erfundene „wahre Geschichte“ der Pop-Musik. Noch ein Medium, das die Popolskis mit ihrer schrägen Story besetzen.
Von Fan beleidigt - Morrissey bricht Konzert in Polen ab
Morrissey
Trotz seiner Krebserkrankung tourt der britische Künstler Morrissey weiter durch Europa. Ein Konzert in Polen brach der einstige "The Smiths"-Sänger in dieser Woche ab, nachdem er von Fans wohl beleidigt wurde. Am Montag spielt Morrissey ein Konzert in Essen.
Christmas-Song von „Band Aid 30“ - wohltätiges Fremdschämen
Ebola-Hilfe
30 Jahre nach Erscheinen von „Do They Know It's Christmas“ hat Bob Geldof eine Neuaufnahme des Songs in Auftrag gegeben, um Spenden im Kampf gegen Ebola zu sammeln. Campino (Toten Hosen) trommelte nationale Künstler für eine deutsche Version des Titels zusammen. Über den Text lässt sich streiten.
Lieberberg-Festival in Mönchengladbach doch nicht 2015
Festival
Nach der "Rock am Ring"-Absage an Mönchengladbach verschiebt Veranstalter Marek Lieberberg nun auch die für 2015 angekündigte Alternative. Lieberberg hält den Markt für überhitzt und will noch ein Jahr warten: "Es macht keinen Sinn, das im Hauruckverfahren durchzusetzen."
Umfrage
Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?