Mark Knopfler ohne Schnickschnack begeisterte in Dortmund

Mark Knopfler in der Dortmunder Westfalenhalle.
Mark Knopfler in der Dortmunder Westfalenhalle.
Foto: Funke Foto Services
Er reifte vom Superstar zum Supermusiker: Viele Etappen dieser über fast vier Jahrzehnte laufenden Karriere des Mark Knopfler waren jetzt in Dortmunds Westfalenhalle zu hören.

Dortmund.. Der Star des Abends stand schon lange vor dem ersten Song auf der Bühne. Gut ausgeleuchtet vom Scheinwerferspot, dankbar fotografiert von den Fans – die Gitarre. Eine rote Stratocaster. Auf den Plakaten stand das so nicht, aber die vielen Anhänger in der prall gefüllten Westfalenhalle wussten natürlich genau, wer denn der beste Freund der farbigen Schönheit ist und verstanden die Botschaft: Mark Knopfler ist da, und der stellt die Musik in den Vordergrund. Keine Albernheiten, kein Schnickschnack, sogar die Videowand, die bei den letzten Tourneen noch das feine Fingerspiel des Meisters dokumentiert hatte, glänzte durch Abwesenheit.

Extraklasse trotz der Soundprobleme

Dafür wurde keltische Countrymusik vom Feinsten zu Gehör gebracht, präsentiert in einer intimen Atmosphäre wie damals am Lagerfeuer. Leider war der Sound zuweilen auch nicht besser. Die Halle ist nun mal rund, und vor allem bei den lauten, den schnellen Songs, raste der Schwall der Hammondorgel durch die Kurven und kollidierte dort mit dem Echo der Drums.

Der Band und dem Publikum hat das aber zum Glück keinen Moment lang die Laune verdorben. Ein prächtig aufgelegtes Septett unterstützte einen Mann, der vom Superstar zum Supermusiker reifte und viele Etappen dieser über fast vier Jahrzehnte laufenden Karriere an diesem Abend vorstellte. „Broken Bones“ vom aktuellen Album „Tracker“ leitete ein mehr als zwei Stunden dauerndes Konzert der Extraklasse ein. Natürlich wurden Dire-Straits-Klassiker wie „Sultans of Swing“ oder „Romeo and Juliet“ stürmisch begrüßt, aber genauso begeistert wurden Solowerke wie „Speedway of Nazareth“ oder das saftige „Corned Beef City“ aufgenommen.

Am Ende ließen wir die Sitze in der voll bestuhlten Halle im Stich und versammelten uns trunken vor Freude an der Bühne, um nach alter Sitte „Telegraph Road“ einzufordern. Wir bekamen unseren Willen. Und wer das verpasst hat, sollte am Sonntag nach Köln fahren, wo Gitarre und Meister ein weiteres Mal ein Stelldichein haben.