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„Japan Media Arts Festival

Mangas, Monster und Meditieren im Dortmunder U

08.09.2011 | 19:00 Uhr
Mangas, Monster und Meditieren im Dortmunder U
Fäden im Schwarzlicht – „Restriction Sight“ von Onishi Yasuaki Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund. Seit 15 Jahren schickt ein „Amt für kulturelle Angelegenheiten“ das „Japan Media Arts Festival“ auf Reisen durch die Welt. Es soll japanische Medienkunst bekannter machen, und der „Hartware Medienkunstverein“ hat dieses Festival 2011 nach Dortmund, unters U geholt. In den Vorjahren waren Peking, Wien oder Istanbul die Stationen, da reiht man sich gerne ein.

Kunst, Medienkunst, Populärkultur, E und U – an Etiketten besteht kein Mangel, und trennscharfe Zuordnungen sind meistens gar nicht möglich. Allerdings gibt es im zeitgenössischen japanischen Kunstschaffen wichtige Bezugspunkte wie die Mangas, Comics mit großäugigen jungen Heldinnen und Helden, denen auf besondere Art Kindlichkeit und Erotik zugleich eigen sind. Aus diesen Zeichengeschichten entwickelten sich Film-Typologien, Videospiele, fotografische wie skulpturale Arbeiten und anderes mehr. „Manga ist der Nukleus, aus dem alles kommt“ sagt Stefan Riekeles, der die muntere Ausstellung für das U kuratierte. Die Traditionslinie könnte man noch weiter in die Vergangenheit ziehen, etwa zu Katsushika Hokusais weltberühmtem Tsunami-Farbholzschnitt „Die große Welle von Kanagawa“, der um 1830 entstand und dessen cartoonhafte Anmutung die „japanische Ästhetik“, wenn man verkürzt so sagen darf, noch immer stark zu prägen scheint.

Atemberaubende Projektionen

Was also gibt es zu sehen, neben Mangas (in Originalzeichnungen), herkulischen oder ekeligen Phantasiefiguren, Monstern und Aliens? Viele eindrucksvolle Arbeiten, und das erstaunt in dieser oft atemlosen, lauten japanischen Medienkunstwelt ein wenig, finden sich in stillen, meditativen Extraräumen. So die kleine Eisenbahn von Kuwakubo Ryota, auf der ein Scheinwerfer montiert ist, welcher durch Kulissen am Streckenrand strahlt und atemberaubende Projektionen auf der Wand erzeugt („The Tenth Sentiment“); oder das wandgroße, knallbunte Pixelbild „Days and Nights“ von Hirakawa Norimichi und Que Houxo, das sich permanent verändert.

Im Schwarzlicht erstrahlen Bindfäden, die in einem durchsichtigen Ballon hängen, welcher unmerklich sein Volumen verändert („Restriction Sight“ von Onishi Yasuaki), fünf Computer produzieren „voneinander lernend“ Bilder und Töne von Phantasiewelten („rheo. 5 horizons“ von Kurokawa Ryoichi), und so gibt es der bemerkenswerten Arbeiten etliche mehr, und die einen mag man japanisch finden und die anderen nicht, letztlich sind solche Sortierungsversuche sinnlos.

Insgesamt werden 55 Projekte auf der Sonderausstellungsfläche im 7. Stock des U präsentiert. Außerdem gibt es ab Samstag ein Filmprogramm im U-Kino (Erdgeschoss) und am Freitagabend ein Konzert der virtuellen Sängerin Hatsune Miku (soll auf Youtube der Renner sein) mit der Gruppe Momoiro Clover Z, die aus fünf echten Mädchen besteht – im „View“ unterm U-Dach, Eintritt frei. „Maximalen Spaßfaktor“ und „Pop größer als Gozilla“ kündigt der Veranstalter bescheiden an.

Rolf Pfeiffer

Kommentare
10.09.2011
00:54
Mangas, Monster und Meditieren im Dortmunder U
von vaikl | #3

Wer übrigens brandaktuell wissen möchte, wie peinlich Dortmund mit solchen Events umgeht und wie ungegeignet der U-Turm für so etwas überhaupt...
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2011-09-08 19:00
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