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Rothko-Prozess

Londoner Bildbeschmierer muss für zwei Jahre ins Gefängnis

13.12.2012 | 17:17 Uhr
Londoner Bildbeschmierer muss für zwei Jahre ins Gefängnis
Mark Rothkos "Black on Maroon" – das rund 11 Millionen Euro teure Bild wurde im Oktober in einem Londoner Museum beschmiert.Foto: dpa

London.  Er hat im Oktober in einem Londoner Museum ein Bild eines der bekanntesten Maler der Nachkriegszeit beschmiert: Mark Rothkos "Black on Maroon", dessen Wert auf mehr als 11 Millionen Euro geschätzt wird. Dafür wurde der 26-jährige Mann am Donnerstag in London zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Weil er ein Bild des Malers Mark Rothko mit Farbe beschmiert hat, muss ein Mann in England für zwei Jahre ins Gefängnis. Das entschied ein Gericht in London am Donnerstag. Der 26-Jährige hatte zugegeben, im Oktober im Londoner Museum Tate Modern mit schwarzer Farbe auf die Leinwand geschrieben zu haben. Das Bild soll Schätzungen zufolge bis zu 9 Millionen Pfund (11,1 Millionen Euro) wert sein. Die Kosten für die Restaurierung werden auf rund 200 000 Pfund veranschlagt. Der Richter erklärte, die Wiederherstellung werde sehr schwierig, weil die einzigartige Technik Rothkos nachempfunden werden müsse.

Der Mann hatte erklärt, er habe das Bild nicht zerstören, sondern vielmehr dessen Wert erhöhen wollen. Seine Handlung selber sei Kunst gewesen, um die Menschen auf eine Bewegung namens "Yellowism" aufmerksam zu machen. Augenzeugen hatten berichtet, er sei seelenruhig auf das Gemälde zugegangen und habe mit schwarzer Farbe die Worte "Vladimir Umanets, A Potential Piece of Yellowism" auf die Leinwand geschrieben. Dann sei er aus der Galerie verschwunden.

Rothko-Bilder erzielen bei Auktionen häufig zweistellige Millionensummen

Das Bild "Black on Maroon" gehört zur Serie "Seagram Murals" und war ursprünglich für das Four Seasons Restaurant im New Yorker Seagram Building geschaffen worden. Die Werke des gebürtigen Russen Rothko (1903-1970), der zu den bedeutendsten und bekanntesten Malern der Nachkriegszeit gehört, erbringen bei Auktionen häufig zweistellige Millionenbeträge. (dpa)



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