Schöne Seiten für den Sommer

Sommer, Sonne – und ein Buch.
Sommer, Sonne – und ein Buch.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Ob spannende Krimis für die langen Stunden im Flieger, literarische Romanzen für den Strand oder Melancholisches für den Café-Besuch – wir stellen lohnende Lektüre vor.

Essen.. Sommer, Sonne – und viele schöne Seiten: Mit unserer literarischen Kofferliste sind Sie für jede Gelegenheit gut gerüstet.

Im Flugzeug

Vier, fünf Stunden bei einem Glas Tomatensaft, da kann die Zeit lang werden – es sei denn, man hält einen guten Krimi in der Hand. Cay Rademachers „Tödliche Camargue“ (Dumont, 304 S., 14,99 €) erzählt von einem realen Zusammenprall zwischen Kampfstier und Radler. Aus dem tödlichen Unfall strickt Rademacher ein Komplott, das in die Schatten der Vergangenheit weist – und wärmt uns zugleich mit heller Augustsonne und Meeresglitzern.

Kultur „Tu mich ma dat Nutella“, sagt Frank, wenn er beim Frühstück Süßes will. Und auch sonst ist der Gelsenkirchener Rockmusiker mit Wohnsitz Mallorca eigen. Moderator Manni Breuckmann zeigt in „Schnee am Ballermann“ (Westend, 238 S., 12,99 €) sein Krimi-Talent und neue Seiten der Ferieninsel: Drogenhandel, Prostitution und fünf Mordfälle halten die Leser in Atem. Ein Werk, so kantig wie die Klippen von Cala Figuera.

Am Strand

Wenn die Wellen mit der ganzen Wucht des Lebens an den Strand rollen und die Luft erfüllt ist vom Sonnenmilchduft, dann ist es Zeit für Grundsätzliches. Romantik zum Beispiel.

„Herz über Kopf“ heißt das Debüt der Britin Jo Platt (rororo, 368 S., 9,99 €): Erst wird Rosalind am Tag der Hochzeit sitzengelassen. Dann überfährt der Nachbar ihr Meerschweinchen – mit dem Rasenmäher. Bis sie ihrem Ex-Verlobten endlich den verdienten Kinnhaken gibt und den Nachbarn küsst, vergehen eine Reihe extrem peinlicher Momente – vergnüglich!

Heiß wird es in „Ein mallorquinischer Sommer“ (Kiepenheuer & Witsch, 288 S., 14,99 €). Die britische Autorin Helen Walsh schockierte zuletzt mit den ehrlichen Bekenntnissen einer Mutter („Ich will schlafen!“). Jetzt lässt sie vor der malerischen Kulisse des Künstlerdorfes Deia eine verhängnisvolle Affäre beginnen: Zwischen einer mittelalten Ehefrau – und dem ersten Freund ihrer Stieftochter. Radikal und sehr, sehr böse.

Bei Regen im Café

Vier Uhr nachmittags. Der Café au lait (oder Cafe con leche, oder Koffie verkeerd) ist stark und bitter. Auf die Markise über Ihnen tropft der Regen. Zeit, zurückzublicken.

Der französische Autor Jean-Philippe Blondel hat im vergangenen Jahr mit seinem Zug-Roman „6 h 41“ Leserherzen erobert, jetzt reicht der Verlag sein Debüt nach: „Direkter Zugang zum Strand“ (Piper, 160 S., 16,99 €). Vier Badeorte, vier Jahrzehnte, viele Schicksale: In kurzen Szenen schüttet Blondel hier Puzzle-Steinchen vor uns aus – und erinnert im Tonfall bittersüßer Melancholie daran, dass auch der schönste Strandtag einmal endet.

Todesfall Von Frankreich in den hohen Norden: Der Isländer Jon Kalman Stefansson ist der große Seelenvermesser seines kleinen Landes. In „Fische haben keine Beine“ (Piper, 408 S., 22,99 €) geht es um Heimkehr und Rückschau: ein naturgewaltiges Fest der Liebe, Freundschaft, Familie.

Abends an der Bar

Allein unterwegs? Dann nehmen Sie literarische Gesellschaft mit an die Bar, mit der Sie garantiert nicht lange solo bleiben – weil Ihr lautes Lachen andere ansteckt.

Die schön-schrägsten Reiseberichte des Ex-„Titanic“-Chefs Oliver Maria Schmitt versammelt das Büchlein „Ich bin dann mal Ertugrul“ (Rowohlt Berlin, 240 S., 16,95 €). Da unterwandert Schmitt als Buchautor Ertugrul Osmanoglu die Frankfurter Buchmesse, tanzt Tango in Finnland und kauft eine Handvoll echter Van Goghs – auf dem Markt in Ho-Chi-Minh-Stadt.

Seit dem Bestseller „Die nachhaltige Pflege von Holzböden“ gilt Will Wiles als Garant für skurrilen Humor. Den beweist er erneut im Krimi „Kein Leben ohne Minibar“ (carl’s books, 320 S., 14,99 €). Protagonist Neil Double ist beruflich Stellvertreter: Stellvertretend für andere besucht er Konferenzen und Messen. Eines Nachts trifft er an der Hotelbar eine geheimnisvolle Schöne. Wer nun neidisch wird: Genau hier beginnt ein aberwitziger Albtraum. Nicht nachmachen!

Zugabe: Wissenschaft unterm Sonnenschirm

Die perfekte Sandburg? Gibt’s mit der perfekten Mischung: 99 Prozent Sand, ein Prozent Wasser. Oder wollen Sie Steine flitschen lassen? Auch dafür hat der italienische Journalist Andrea Gentile die passende Formel. In seinem heiteren Sachbuch „Wie kommt der Sand an den Strand?“ (Atlantik, 200 S., 17 €) erklärt er die Physik, Chemie und Biologie eines normalen Strandtags: wie die Wellen entstehen und die Wolken, wie Sonnencreme wirkt. Und warum wir am Meer so wunderbar durchatmen!