Michel Houellebecq über "Unterwerfung": "Meine Thriller-Seite"

Michel Houellebecqs Roman "Unterwerfung" ist noch nicht erschienen. Das Buch, in dem ein radikaler Muslim in naher Zukunft zu Frankreichs Präsident wird, sorgt aber schon jetzt für jede Menge Gesprächsstoff. Er selbst halte dieses Szenario für unwahrscheinlich, sagt er in einem Interview mit der "Welt am Sonntag".

Michel Houellebecqs (56) neuer Roman "Unterwerfung" (DuMont, 280 Seiten, 22,99 Euro) erscheint in diesen Tagen in Frankreich und am 16. Januar in Deutschland - für jede Menge Gesprächsstoff sorgt das Werk, in dem ein radikaler Muslim im Jahr 2022 Präsident von Frankreich wird, jetzt schon. Er finde für sein Buch den Begriff "politische Fiktion" nicht schlecht, sagt der Schriftsteller in einem Interview mit der "Welt am Sonntag".

Einige seiner Protagonisten sind wohl bekannt, in dem Buch schafft Marine Le Pen, die Vorsitzende der rechtsgerichteten Front National, 2022 den Einzug in die Stichwahl - und trifft dort auf den fiktiven Mohammed Ben Abbes. Marine Le Pen erscheine ihm für 2022 ziemlich wahrscheinlich, so Houellebecq in dem Interview, "sogar schon für 2017". Dass eine islamische Partei in sieben Jahren in der Lage sein könnte, die Präsidentschaftswahl zu gewinnen, "ist nicht sehr wahrscheinlich", sagt der Autor selbst. Dass er in seinem Buch dramatisiere, sei "wahrscheinlich meine Massenpublikumsseite, die Thriller-Seite". Es gebe eine ängstliche Seite an ihm. "Ich nutze diese Tatsache aus, um Angst zu machen." In Wirklichkeit wisse man nicht genau, "wovor man Angst hat. Ob vor denen, die auf französischer Identität beharren, oder vor den Muslimen".