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Literatur : Selbstzensur eines Verlages aus Angst vor Islamisten

Literatur, 06.10.2009, Sabine Vogt

Bochum. Der Düsseldorfer Droste-Verlag bringt, aus Sorge vor islamistischen Übergriffen, den Ehrenmord-Krimi "Wem Ehre gebührt" von der Bochumer Autorin Gabriele Brinkmann nicht heraus.

Der Düsseldorfer Droste-Verlag hat aus Angst vor islamistischen Übergriffen abgelehnt, den neuesten Krimi der Bochumer Autorin Gabriele Brinkmann (51) zu veröffentlichen. Der Roman „Wem Ehre gebührt” mit Lokalkolorit dreht sich um einen Ehrenmord.

Verleger Felix Droste sieht die „Sicherheit seiner Familie und die seiner Mitarbeiter gefährdet durch einige wirklich schlimme Passagen: Da heißt es am Schluss: ,steckt euch euren Islam doch in den . . .' Wir können uns keine Bücher erlauben, die die Gefühle von Mitbürgern verletzen.”

Problem „Grüne Hölle”

In monatelangem Schriftverkehr mit der Autorin habe Droste, wie er betont, darauf gedrungen, diese und andere Passagen zu entschärfen. Schützenhilfe holte er sich von der türkischen Anwältin Gülsen Celebi, der er das Manuskript zur Begutachtung vorgelegt hatte. Diese empfahl auch, den Begriff „grüne Hölle” durch „grünen Kitsch” zu ersetzen, weil grün die Farbe des Islam sei. Felix Droste versichert, er hätte den Krimi, der noch im Herbstkatalog seines Verlages beworben wird, veröffentlicht. „Doch Frau Brinkmann war nicht willens, uns entgegen zu kommen”. So gab Droste Anfang September die Buchrechte an Gabriele Brinkmann zurück.

Die Bochumer Autorin, die vor allem durch die humoristische Krimireihe um „Maggie Abendroth” unter dem Pseudonym Edda Minck bekannt wurde, kann die Selbstzensur ihres Verlegers nicht nachvollziehen. „Woran er sich stößt, sind Dialogpassagen, gesprochen von fiktiven Figuren in einer erfundenen Geschichte. Wenn sich etwa zwei Kommissare streiten, fallen nun mal Worte in deftiger Sprache. Die Hauptfigur, die Bochumer Hauptkommissarin Thea Zinck, ist eine Art Schimanski.” Deren Ansichten gäben weder die Meinung des Verlegers noch des Autors wieder.

Für „Wem Ehre gebührt” wählte Brinkmann das Pseudonym W.W. Domsky; nicht aus Angst vor Islamisten, wie sie versichert, sondern weil der Autorenname „Minck” allein für Komödien stehe. „Ich war dann auch bereit, unter meinem echten Namen zu veröffentlichen und hatte Felix Droste angeboten, sich im Impressum von dem Buch zu distanzieren.” Nach ihrer Ansicht muss jedenfalls niemand den Kopf einziehen angesichts dieses Krimis: „Wenn einer in die Luft gesprengt wird, dann die ruppige Kommissarin.”

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Bochum, 05.10.2009, Sabine Vogt

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