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Lauryn Hill mit kurzen Auftritt und schlechtem Sound

29.01.2012 | 18:32 Uhr
Lauryn Hill mit kurzen Auftritt und schlechtem Sound
Lauryn Hill in Mülheim. Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPool

Mülheim.   Die frühere Frontfrau der Fugees ließ in Mülheim die Fangemeinde lange auf sich warten. Nach anderthalb Stunden sang Lauryn Hill endlich – Altbekanntes mit gewohnt eindringlicher Stimme. Doch im Tonwirrwarr der Halle ging sie fast unter.

Wer ein Date mit einer Diva hat, muss Geduld haben. Anderthalb Stunden ließ sich Lauryn Hill am Samstag von ihren Verehrern umwerben, bevor sie die Bühne der RWE-Sporthalle in Mülheim betrat – und 3000 Zuschauer mit beeindruckender Soulstimme aber übersteuertem Sound beschallte. Leider war die Wartezeit genauso lang wie ihr Auftritt kurz war.

Der Trommelwirbel beginnt um viertel vor neun. Doch die Fans der Ex-Fugees-Frontfrau haben Übung im Warten. Schließlich sind seit dem Album „The Miseducation of Lauryn Hill“ 14 Jahre vergangen – auf ein zweites warten die Fans bis heute. Der DJ spielt Klassiker wie „Hip-Hop Hurray“ und das Publikum ahnt: dieser Abend wird ein Wiederhören der Neunziger.

Lauryn Hill in Mülheim

Zwanzig vor zehn und endlich ist sie da: Lauryn Hill! Fünffache Grammy-Gewinnerin. Sechsfache Mutter. Sie nennt sich jetzt Miss und trägt Kurzhaar-Afro – das ist neu. Ansonsten liefert sie erwartungsgemäß Altbekanntes: „Doo Wop”, „Everything is Everything“, „Turn your Lights down low“. Natürlich auch „Killing me softly” von Roberta Flack, der größte Hit der Fugees. Nun hat die Miss-Version wenig Soul, dafür mehr Rock. Den Zuschauern gefällt’s. Sie winken mit den Armen und jubeln ihrer Diva zu. Die hat sich in eine schwarze, knielange Felljacke gehüllt, sich dazu funkelnde Klunker an die Ohren geheftet. Und flirtet mit dem Publikum: „Did you miss me, like I missed you?“

Schlechte Kritiken

Vielleicht liegt das an den schlechten Kritiken aus Berlin, wo sie zuvor sang. „Mieser Sound“, „Misstöne“, „Krawall“ schreiben die Zeitungen. Auch in Mülheim ist der Sound übersteuert, die Band zu laut. Dabei singt die Künstlerin immer noch mit dieser beeindruckenden Soulstimme, die im Tonwirrwarr aber leider untergeht.

Nach knapp anderthalb Stunden mit „Ready or not“, einem Bob Marley Cover und „That Thing“-Zugabe verabschiedet sich Lauryn Hill schon wieder. Ein kurzes, aber nettes Date. Ein Wiedersehen bleibt abzuwarten.

Kristina Mader

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Kommentare
30.01.2012
13:43
Lauryn Hill mit kurzen Auftritt und schlechtem Sound
von tomtomtuna | #2

Zugegeben - der Sound war des Eintrittspreises nicht wuerdig - jedenfalls direkt vor der Buehne war es schon fast Laermbelaestigung - am Mischpult gings schon wieder (der Mischer hast sich uebrigens fast gar nicht bewegt - seltsam) - Schade eigentlich, da die Band und auch Ms. Hill mich mit Ihrer Spielfreudigkeit auf der Buehne voellig ueberzeugt haben. - Ich hattte jedenfall eine Menge Spass - mit einem gewissen Abstand zur Buehne versteht sich. Stimmung war klasse - Die Halle ist ok, uber die Akustik der Halle kann ich nicht viel sagen, da mir Vergleiche fehlen. - Die Damen und Herren hinter der Theke waren ein bischen genervt und schienen dass teilweise auch zum ersten Mal zu machen, dafuer waren aber die Getraenkepreise ok. :-)))
Was mich ein bischen irritiert hat, waren die vielen Zuschauer, die das Konzert permament auf Ihrem Handy oder Kleinbildkamera mitgeschnitten haben. - Irgendwie stoerend, wenn man 50-100 hochgereckte Haende im Sichtfeld hat. - Hier sollte der Veanstalter ueberlegen, vielleicht am Ende des Konzerts jedem Interessierten eine kostenlose CD mit einem Konzertmitschnitt mitgeben - natuerlich in genauso wackeliger bzw. verzerrter Qualitaet. - Das spart Kraft in den Armen und die anderen sehen mehr - wenn der Ton schon nicht so dolle ist. - Ausserdem muss man das Handy dann nicht in die Reparatur geben wenn es mal das Micro hinrafft.
Insgesamt ein gelunger Abend - und um Laengen besser als das Dschungelcamp.

30.01.2012
09:40
Lauryn Hill mit kurzen Auftritt und schlechtem Sound
von johan1904 | #1

2 Tickets für 111,60 (!) erstanden - naja spätestens nach Sichtung der 150 VIP-Pass-Inhaber im Saal war klar, dass, wenn die alle durchgefüttert werden müssen, warum der Preis so hoch war - auf die Übertragung von Köln-Schalke und des Dschungelcamps verzichtet - na, wenn das kein hochkarätiger Abend werden sollte...

Kurz und knapp: war es nicht! Zunächst ein mäßiger DJ, der 1Std lang in einer Lautstärke, dass die Ohren bluteten, gefühlte 380mal fragte, ob man denn die tolle, wunderbare und wunderschöne Ms. Lauren Hill sehen wolle, dann besagte Dame als erstes die unsäglichste Version von "Killing me softly" sang, die ich je gehört hatte (und ich dachte, Hugh Grants wäre schlecht), da war mir schnell klar, dass das nicht der Abend werden würde, den ich erhofft hatte. Grauenhaft! Und das lag nicht nur am Sound, ich glaube, die gute Ms. Hill ist ein wenig "überdraht". Einzig allein die Fugees Songs, die sie halbwegs in der Originalversion sang, brachten das Publikum zum toben. Fazit: Das Preis-Leistungs-Verhältnis war miserabel. Ausserdem hält sich in dieser Halle niemand, auch nicht die Crew, an den Nichtraucherschutz. Dass einige anfangs schon sangen und tanzten, lag dann wohl auch eher an dem, WAS dort verqualmt wurde. Das einzig gute an dem Konzert war, dass es früh genug beendet wirde, damit man die Dschungelkrönung noch live sehen konnte. Wollte Ms. Hill vielleicht auch schon mal reinschauen?

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