Langen Foundation zeigt Werke von Ólafur Eliasson

Die Langen Foundation zeigt bis zum 18. Oktober Kunst von Ólafur Eliasson.
Die Langen Foundation zeigt bis zum 18. Oktober Kunst von Ólafur Eliasson.
Foto: Wolfgang Vollmer
Was wir bereits wissen
Das Museum der Langen Foundation bei Neuss zeigt bis Mitte Oktober Werke des dänischen Künstlers Ólafur Eliasson aus der Sammlung von Christian Boros.

Neuss.. Schon die Fahrt zum Museum der Langen Foundation in der Nähe der Museumsinsel Hombroich bei Neuss gerät zu einem bewusstseinsprägenden Ereignis: Die schier unendliche Weite der niederrheinischen Äcker ringsum weitet den Horizont, macht offen für Kunst- und andere Erfahrungen. Und auch der Bau von Tadao Ando holt ja seine Kraft aus der beinahe meditativen Ruhe. Das alles sind beste Voraussetzungen, um den äußerlich oft etwas glatt wirkenden Werken Ólafur Eliassons zu begegnen, deren Widerspenstigkeit erst auf den zweiten, nachdenklichen Blick sichtbar wird.

Institut für Raumexperimente

Schon der Museums-Eingang und der Korridor der Langen Foundation präsentieren Arbeiten aus der Sammlung des notorischen Eliasson-Käufers und Wuppertaler Werbe-Millionärs Christian Boros, von denen man am Ende knapp über 40 gesehen haben wird. Die vier Endlosspiralen aus rotem, weißem, grünem und schwarzem Stahl sind eine Meditation über Raum und Zeit, die „Treibholz-Familie“ aus drei übermannshohen Baumstämmen erzählt die Wirkung von Zufall und Willkür. Ein Thema, das auch der undurchschaubar komplexe „360-Grad-Kompass“ aus Holz, Stahl und Magnet aufnimmt, der eher schön als nützlich daherkommt.

Ausstellung Christian Boros pflegt einen eher freundschaftlichen als nur sammlerischen Umgang mit dem isländisch verwurzelten Dänen Eliasson (48), er kaufte 1994 ein erstes Werk des Mannes, der in seiner Berliner Kunstfabrik einige Dutzend Menschen beschäftigt. Seither lassen Boros die Werke des Mannes nicht mehr los, der einst Flüsse grün färbte, Interviews mit sich selbst führte und als Professor an der Berliner Universität der Künste ein Institut für Raumexperimente gründete, wenig später aber wieder seinen Hut nahm („Fünf Jahre als Professor sind genug“).

Wild und immer wilder durch den Raum kreisen

Eines der ersten von Eliassons Raumexperimenten war jener spektakuläre Ventilator, den er bereits in mehreren Ausstellungen an der Decke aufhängen und dann durch die Bewegung der Rotorblätter wild und immer wilder durch den Raum kreisen ließ. In der Langen Foundation ist zudem seine gläserne Strudelmaschine zu sehen, ebenso wie zwei seiner Farbkreise, die eine schier unerklärlich magnetische Wirkung auf menschliche Blicke haben.

In die Reihe der ansehnlichen Farbexperimente gehört auch der „Raum für alle Farben“ an der Rampe des Museums, eine knapp zehn Meter breite und fünf Meter hohe Wand aus wechselnd aufleuchtenden Glühlampen und Farbfiltern, die für ein pausenloses Changieren der Farben Rot, Grün und Blau sorgen. Und auch Eliassons spektakulär unspektakuläre Gletscherfotografien bieten beste Voraussetzung, zur Besinnung zu kommen.

  • Bis 18. Oktober. Langen Foundation, Raketenstation Hombroich 1, 41472 Neuss. Katalog: 44 Euro.