Kunstmuseum Bochum zeigt „Erstarrte Wirklichkeiten“

Die Künstlerin Catalina Pabón vor einem ihrer ausdrucksstarken Landschaftsgemälde. Sie sind in schwarzen und weißen Farbtönen gehalten, was die Verstärkerwirkung der Bilder noch akzentuiert.
Die Künstlerin Catalina Pabón vor einem ihrer ausdrucksstarken Landschaftsgemälde. Sie sind in schwarzen und weißen Farbtönen gehalten, was die Verstärkerwirkung der Bilder noch akzentuiert.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die kolumbianische Künstlerin Catalina Pabón zeigt ihre Arbeiten im Bochumer Kunstmuseum. Der Fokus liegt dabei auf Landschaftsgemälden im Großformat.

Bochum.. Die Ausstellung „Erstarrte Wirklichkeiten“ der kolumbianischen Künstlerin Catalina Pabón zeigt das Museum Bochum. Zu sehen sind großformatige abstrakte Landschaftsgemälde. Die Gegenden, die Pabón malt, scheinen sich den Betrachtern zu verweigern. Sie werden zu Geisteslandschaften. Oder zu Geisterlandschaften, je nach dem, wie man sie deutet.

Ausstellung Nach der überregional beachteten Charlotte-Salomon-Werkschau zeigt das Bochumer Kunstmuseum mit „Erstarrte Wirklichkeiten/Worlds apart“ nun eine weitere nicht minder bemerkenswerte Ausstellung. Allerdings stehen diesmal nicht Menschenbilder und -befindlichkeiten im Fokus, sondern Landschaften. Die in Berlin lebende Kolumbianerin Catalina Pabón hat sie gemalt und gezeichnet: mächtige, weite, finstere, karge Panoramen. Sie stehen vordergründig für sich selbst, und verweisen doch immer auf das menschliche Sein und seine existenzielle Einsamkeit inmitten einer gleichgültigen Natur.

Welt der Steine, ohne Menschen

Reale und fiktive Welten sind in diesen Gemälden nicht trennscharf auszumachen. Pabóns Landschaftsaufrisse wirken wie imaginär, man sieht sie, scheint zu erkennen, und findet doch keine exakte Zuordnung zur Wirklichkeit. Das ist natürlich Absicht: „Mich interessieren Struktur und Ausdruckswert, nicht eine bestimmte Örtlichkeit“, sagt die Künstlerin. Ihre Motive findet sie anhand von Fotografien, die dann am Computer verfremdet werden, gekippte Perspektiven, auf den Kopf gestellte Blickwinkel, Zerfaserung der Form. Die Computerskizzen setzt Pabón malerisch um.

Was man sieht, ist die Welt der Steine, ohne Menschen. Aber es sind auch „Kissenwelten“, Faltenwürfe auf Decken oder Laken, die ähnlich organisch schwingen wie jene Szenerien, die sich vielleicht in der Wüste, vielleicht im Hochgebirge, vielleicht nirgendwo finden lassen. Diese Ortlosigkeit ist für Catalina Pabón Kennzeichen und Statement zugleich.

Kortumstraße 147, bis 8. August, Di., Do., Fr., Sa., So. 10-17 Uhr, Mi. 10-20 Uhr