Kunst aus dem Kühlregal

Joseph Beuys arbeitete einst mit Butter, der Konzeptkünstler Hans-Peter Feldmann nun mit Schmelzkäse. Der gebürtige Düsseldorfer macht sich dabei aber nicht die Finger fettig, er gibt lediglich der Verpackung einen neuen Anstrich: Der 73-Jährige setzt der Kuh auf der runden Schachtel eine Clownsnase auf. So strahlt nun „La vache qui rit“ („Die lachende Kuh“) in Frankreichs Supermärkten aus den Kühlregalen – in einer limitierten Auflage von 75 000 Stück.

Feldmann ist bekannt dafür, dass er andere zum Clown macht. So bekamen alte Öl-Gemälde unbekannter Maler den roten Tupfer ins Gesicht gepinselt. Und selbst vor der Queen schreckte er nicht zurück: Er malte Königin Elizabeth II. auf einer Banknote eine rote Clownsnase.

Obwohl die Käse-Kuh in 100 Ländern bekannt ist, wird sie nur in ihrer Heimat zum Clown. Bis zum 100. Geburtstag des Käseherstellers Bel im Jahre 2021 sollen weitere zeitgenössische Künstler Schachteln zum Sammeln kreieren. Feldmann kennt die Kuh seit seiner Kindheit. Das sei ein guter Ausgangspunkt für die Umsetzung des künstlerischen Projektes gewesen. Wie viel Geld er für die Clown-Kuh bekommt, wurde nicht vermeldet.

Das ist wahre Gebrauchskunst. Oder schlicht: Käse.