Kultur ist ein Geschenk - Bücher für Kinder und Jugendliche
30.11.2009 | 07:42 Uhr 2009-11-30T07:42:00+0100
Essen. Man kann Geschichten von Paul Maars sehr samsigem Sams vorgelesen bekommen, mit einem Bilderbuch darüber nachdenken, was am Anfang war oder gleich selber fabulieren: Diese Bücher handeln vom Glück, sich mit Fantasie eine neue Welt zu erfinden.
Ein Ausbruch der Fantasie
Kinder, die davon träumen, die nächste Joanne K. Rowling zu werden, kommen ihrem Ziel mit diesem Buch näher: In „Nachts im Mondschein lag auf einem Blatt” (dtv, 240 Seiten, 7,95 Euro, ab neun Jahren) erzählt Georg Maag auch von Rowlings Zauberlehrling Harry Potter. Er erklärt, warum sich der Leser so wunderbar mit Harry identifiziert. So lädt der Autor zu einer Schreibwerkstatt für Kinder ein.
Er zeigt, wie man eine Idee und einen spannenden Anfang entwickelt, eine Hauptfigur und einen Gegenspieler erfindet. Dies veranschaulicht er wunderbar mit Übungen und vielen Beispielen, auch aus Klassikern der Kinderliteratur. So spürt der junge Leser, dass es nicht so sehr darauf ankommt, als Fantasy-Autor berühmt zu werden. Vielmehr macht das Schreiben an sich Spaß. Und wer sich mit seiner eigenen Fantasie Geschichten ausdenkt, kann jederzeit aus seinem Leben ausbrechen.
Wenn ich ein Rentier wäre
Was wäre, wenn ich nicht als Mensch geboren wäre? Wenn mich Gott lieber als Kaktus in die Wüste geschickt oder als eine Schneeflocke unter vielen Schneeflocken fallen gelassen hätte? Heinz Janisch stellt diese Fragen in dem Bilderbuch „Wie war das am Anfang?” (Wiener Domverlag, 26 Seiten, 14,90 Euro, ab vier Jahren). Linda Wolfsgrube regt mit ihren Collagen die Fantasie noch an, verwandelt Zuhörer in ein Rentier oder einen Eisbären. Kinder betrachten so ihre Welt mit anderen Augen. Sie spüren, dass das Leben nicht selbstverständlich ist.
Ein sehr samsiges Sams
Wer hat da noch einen Wunschpunkt übrig gehabt? Paul Maar hat jedenfalls nach sieben Jahren den vielen kleinen (und mittlerweile auch einigen erwachsenen) Fans das Wesen geschenkt, das nicht Mensch, nicht Wichtel ist. Im sechsten Band „Onkel Alwin und das Sams” (Oetinger, 206 Seiten, 9,90 Euro, ab acht Jahren) raubt ein Verwandter den Taschenbiers nicht nur den letzten Nerv. Dummerweise hat der fiese Sportlehrer Daume noch die Wunschpunkte des Sams im Gesicht. Aber ein Sams wäre kein Sams, wenn ihm dazu keine freche Lösung einfiele.
Maar ist es erneut geglückt, mit Sprachspielerein eine lustig-leichte Atmosphäre zu schaffen. Dabei erzählt er die Geschichte so, dass sich die Sams-Kenner nicht langweilen, aber auch neue Leser folgen können. Dem Urteil des Übersams kann man sich da wirklich nicht anschließen. Er meinte tatsächlich, das Sams sei nun viel zu unsamsig.
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