Küchenlatein
16.02.2010 | 19:32 Uhr 2010-02-16T19:32:00+0100
„Wir ,Helden der Landesverteidigung’, völlig unmotiviert und mit weibischer Hippie-Haarpracht, wirkten wie das Personal der Augsburger Puppenkiste.“ Könnte Kabarettistendeutsch sein – ist aber Küchenlatein. Der Satz über den Wehrdienst stammt aus der Autobiografie von Vincent Klink: Sitting Küchenbull (Rowohlt, 218 S., 19,90 Euro).
Der wuchtige Schwabe erzählt unverblümt deftig, wie alles kam und kommen musste. Vom fetten Eselsfleisch, von Lehrjahren, die keine Herrenjahre waren, und was am Pfirsich Melba „hundskommun“ ist. Wir merken rasch, was Klink mit „gepfefferten Erinnerungen“ meint. Doch gar so würzig ist das Werk dann doch nicht geraten. Unterhaltsam, aber kaum mehr, wird dieses kleine Traktat vom Weg des Metzgerpraktikanten zum Meisterkoch serviert. Ein paar Texte sind Wiederverwertungen. Freunde gut abgehangenen Klatsches werden zudem Anekdötchen über berühmte Kollegen des Bodenständigen vermissen. Aber das ehrt Klink natürlich auch: In-Die-Pfanne-Gehauen wird bei ihm nur am Herd.
0mitdiskutieren