Kröten, Schotter und Kohle im Münzkabinett

Dresden..  Kröten, Kohle, Schotter: Zwischen dem über 2500 Jahre alten griechischem 1/3 Stater und einem estnischen Euro-Stück von 2013 liegen nur wenige Schritte. Beide Münzen sind im Dresdner Residenzschloss auf seidig schimmerndem blauem Stoff in schützenden Hightech-Vitrinen arrangiert. Der „Kosmos des Geldes“ dazwischen macht Vielfalt und historische Bedeutung von Münzen und Medaillen deutlich - in moderner Inszenierung. „Das ist aber nur ein Teil der neuen Dauerausstellung des Münzkabinetts“, sagte dessen Direktor Rainer Grund.

In ehemals fürstlichen Wohnräumen sind vom 7. Juni an rund 3300 Exponate und damit etwa ein Prozent des Gesamtbestandes einer der größten und ältesten Universalmünzsammlungen Deutschlands von europäischem Rang zu sehen. Dazu zählen die weltweit größte Kollektion sächsischer numismatischer Objekte ebenso wie historische und moderne Medaillen, Orden und Ehrenzeichen, Banknoten und Wertpapiere, Münz- und Medaillenstempel, Petschafte, Modelle, prämonetäre Zahlungsmittel sowie münztechnische Maschinen und Geräte.

„Wir eröffnen eine weitere Schatzkammer“, sagte der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Hartwig Fischer. Edles Holz, Wandkronleuchter, Seidentapeten und dezent schimmernder Stoff sorgen für das entsprechende Ambiente. Die Geschichte des Geldes von der Antike bis zur Gegenwart, die Entwicklung der Medaillenkunst seit der Renaissance sowie Bergbau und Münzprägung in der Region können auch interaktiv noch tiefer ergründet werden. Laut Direktor Grund wurden aus dem 300 000 Exponate umfassenden Bestand seltene, künstlerisch hochrangige Objekte und Unikate ausgewählt.

100-Dukaten-Münze

Zu den Highlights gehören eine knapp 350 Gramm schwere Goldmünze aus dem 17. Jahrhundert im Wert von 100 Dukaten und eine originalgetreue Fotoreproduktion des Bergaltargemäldes von Hans Hesse aus der St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz. „Sie macht die Prozesse vom Erz zur Münze nachvollziehbar - von Suche, Fund, Abbau und Verhüttung bis zur Vermünzung“, erklärte Grund.