Komödianten, Sultane und Pagoden

Düsseldorf..  Der Düsseldorfer Sammler Prof. Dr. Klaus Jürgen Thiemann hat dem Hetjens - Deutsches Keramikmuseum - seine Sammlung frühen Meissener Porzellans vermacht. Insgesamt umfasst die Sammlung 71 Porzellanobjekte. Die Ausstellung „In fürstlichen Diensten. Komödianten, Sultane und Pagoden aus Meissener Porzellan“ ist seit dem 14. Oktober zu sehen. Die Objekte wurden bis Sonntag, 16. Oktober, im Festsaal inszeniert, bevor sie danach in die Porzellan-Abteilung gezogen sind.

Neben den Objekten umfasst die Schenkung auch eine großzügige Geldspende, mithilfe derer der Festsaal des Palais Nesselrode renoviert werden konnte und nun wiedereröffnet werden kann. Prof. Thiemann war als Mitglied des Freundeskreises dem Hetjens eng verbunden und wusste mit großer Passion sowie intensiver Recherche, eine beachtliche Sammlung kostbarer Porzellane des 18. Jahrhunderts von internationaler Qualität zusammenzutragen.

Die Schenkung ist eine bedeutsame Bereicherung für die Sammlung des Hetjensmuseums. Mit der öffentlichen Ausstellung privater Sammlungsbestände führt das Museum die Tradition seines Gründers Laurenz Heinrich Hetjens weiter fort. Die thematischen Schwerpunkte der Sammlung sind insbesondere außergewöhnliche Figurenserien, die in der hier anzutreffenden Vollständigkeit als große Raritäten anzusehen sind, Gefäßporzellane mit Dekoren des berühmten Malers Johann Gregorius Höroldt sowie mit vergoldeter Bronze gefasste Porzellane, die zum Kostbarsten gehören, was die Angewandte Kunst des 18. Jahrhunderts hervorgebracht hat. Die Figuren der Commedia dell’arte gehen auf einen Auftrag aus Dresdner Hofkreisen zurück. Die Serie wurde für Johann Adolf II., Herzog von Sachsen-Weißenfels (1685–1746), einen Vetter Augusts des Starken, geschaffen. Die Faszination für das Schauspiel und prachtvolle Kostümfeste waren in der Familie des großen Kurfürsten sehr verbreitet.

In Dresden traten bereits 1618 die ersten französischen Komödiantentruppen auf. Die Commedia dell’arte etablierte sich unter August dem Starken nicht allein als öffentliche Aufführung, sondern wurde zum festen Bestandteil fürstlicher Unterhaltung und höfischer Festlichkeiten.