Kohle und Zahl

Der Einstieg in dieses kleine Büchlein ist charmant: Ein kleiner Junge aus dem Münsterland fährt staunend durch die große Stadt – und schreibt sich Jahre später seine Begeisterung für die Region vom Leib. Trotzdem bleibt der Erkenntnisgewinn, den eine solche Außensicht verspricht, in diesem Ruhrgebiets-Büchlein eher gering.

„Das Ruhrgebiet gibt es eigentlich gar nicht“, beginnt Carsten Uekötter, der in Dülmen lebt, seinen „Ruhrpott für die Hosentasche“, schon dies keine neue Weisheit. Der Vielschichtigkeit versucht er mit Statistik und Listenführung beizukommen: von den Kabarettisten bis zu den Festivals, von den Geburts- und Todesraten bis zur Pro-Kopf-Verschuldung, vom Slang-Glossar bis zur Vermessung der Autobahnen. Fraglich ist, wen dies Büchlein interessieren soll: Einheimischen verrät es kaum Neues – und Touristen füttert es mit arg viel Zahlen.

Carsten Uekötter: Der Ruhrpott für die Hosentasche. S. Fischer, 256 S., 10 Euro

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