Klement wird neuer Schauspiel-Chef in Dresden

Dresden..  Der Chef des Staatstheaters Braunschweig, Joachim Klement, wird 2017 Intendant des Staatsschauspiels Dresden. Er tritt die Nachfolge von Wilfried Schulz an, der 2016 als Intendant ans Schauspielhaus Düsseldorf wechselt. Dort wird das seit Jahren in einer Krise steckende Haus derzeit vom Übergangs-Intendanten Günther Beelitz geleitet, der den Übergangs-Intendanten und Valdemar-Holm-Nachfolger Manfred Weber beerbte.

In Dresden soll in der Zwischenzeit ebenfalls ein Interimsintendant das Sagen haben. Die Personalie steht – zumindest offiziell – noch nicht fest. Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) stellte Klement am Dienstag im Schauspielhaus vor. Er stehe für Kontinuität und könne auch neue Akzente setzen, sagte sie. Klement bekommt einen Vertrag über fünf Jahre.

Ästhetische Vielfalt

Der in Düsseldorf geborene Klement, der hier auch von 2006 bis 2010 Chefdramaturg war, nannte drei Gründe für einen Wechsel nach Dresden: Neugier, Offenheit und Sentimentalität. Das letztgenannte Motiv bezog er auf seine Zeit als junger Dramaturgie-Assistent, als das Düsseldorfer Schauspielhaus noch vor dem Fall der Mauer mit den Kollegen in Dresden kooperierte. Klement kündigte für seine Amtszeit ästhetische Vielfalt vom klassischen Sprechtheater bis hin zu zeitgenössischen Formaten an: „Ich bin ein großer Freund von starken Ensembles und deutlich kenntlichen Regiehandschriften.“

Wie sein Vorgänger will auch der neue Intendant selbst nicht Regie führen. Das seien verschiedene Berufe: „Ich kenne einfach zu viele Regisseure, die das so viel besser machen können, dass ich nicht den Eindruck hatte, ich müsste die deutsche Theatergeschichte um eine Mittelmäßigkeit mehr bereichern.“

Mit der Intendanz im Schauspielhaus hat Ministerin Stange eine von zwei offenen Schlüsselpositionen im sächsischen Kunstbetrieb besetzen können. Für den Chefposten der Semperoper gibt es dagegen noch immer keine Nachfolge.