Klassische Klänge für Kinder
17.03.2011 | 15:46 Uhr 2011-03-17T15:46:00+0100Wenn Elefanten Walzer tanzen, ein Löwe sich mit dem Dirigenten anlegt und das Klavier ein Ei legt, klingt das eigentlich nicht nach einem klassischen Konzert, sondern eher nach einem chaotischen Spektakel mit Musik.
Genau das hatte Camille Saint-Saëns wohl auch im Sinn, als er 1886 seinen „Karneval der Tiere“ komponierte und darin die Musik seiner Zeit ordentlich veralberte. Das tierische Treiben, das Streicher, Bläser und alle anderen Instrumente eines großen Orchesters humorvoll mit einbezieht, spricht auch ganz junge Zuhörer an – nicht ohne Grund steht deshalb der „Karneval der Tiere“ häufig auf dem Programm, wenn Kinder zum Konzert geladen sind.
Doch auch Märchen- und Sagenhelden oder Fantasiegestalten eignen sich wunderbar, um jungen Zuhörern klassische Musik schmackhaft zu machen. In vielen Opernhäusern in Nordrhein-Westfalen haben Klassikkonzerte für Kinder längst einen festen Platz im Spielplan.
- 27.3. „Die Planeten“, Dortmund (Konzerthaus), Karten für 7 € unter 0231/5027222.
- 3.4. „Helden gesucht!“, Essen (Aalto), 9-13 € (erm. 4,50- 6,50 €), 0201/8122200.
- 7.5. „Virtuosen“, Essen (Villa Hügel), 10 €, 0201/230034.
- 8.5. „Der gestiefelte Kater“, Düsseldorf (Opernhaus), 18 €, 0211 / 8925211.
- 3.7. „Sieben Sagen“, Hagen (Theater), 10 €, 02331/2073218.
- 19./20.11. „Babar“ Essen (Lichtburg), 0201/466229.
Tournee „Die Planeten“:
24.3. Unna (Stadthalle), 30.3. Lünen (H.-H.-Theater), 31.3. Recklinghausen (Festspielh.), 1.4. Kamen (Konzertaula), 5.4. Gelsenkirchen (MiR), 7.4. Schwerte (Rohrmeisterei), Karten für 4,50 € unter 02361/48860.
Konzertpädagogin Ulrike Schwanse will Kinder im Grundschulalter spielerisch an klassische Musik heranführen – ihre Familienkonzerte füllen seit acht Jahren regelmäßig die Reihen der Essener Lichtburg und der Stadthalle Mülheim. Kindgerechte Moderation und eine moderne Inszenierung halten das junge Publikum bei Laune: Wenn im „Karneval der Tiere“ etwa der stolze Löwe mit einer Fanfare begrüßt wird und zu Streicherklängen auf die Bühne schleicht, machen die Kinder fleißig Schleichbewegungen mit den Händen. Lassen Celli und Kontrabässe den König der Tiere brüllen, reißen die Kids begeistert ihre Arme hoch. Still sitzen und andächtig zuhören muss hier niemand – die Kinder sollen Musik hautnah erleben.
Darum sitzen auch die Orchestermusiker (in der Lichtburg ist es traditionell das „Collegium Musicale“) nicht unsichtbar im Graben, sondern direkt auf der Bühne. So lernen die jungen Zuschauer ganz spielerisch, wie sie die einzelnen Tiere in der Komposition von Camille Saint-Saëns wiedererkennen können: Spielen die Klaviere, gackern die Hühner, ertönt die Klarinette, kräht der Hahn – so einfach ist das. Und mit einem letzten, einzelnen Pianoton wird – pling! – ein Ei gelegt.
Natürlich geht es auch ohne Tiere: Mit der Orchestersuite „Die Planeten“ komponierte der Engländer Gustav Holst Anfang des 20. Jahrhunderts eine spannende musikalische Reise durch unser Sonnensystem. Gleich zwei Orchester haben das Werk in dieser Spielzeit im Programm: Am 27.3. erklingt es im Dortmunder Konzerthaus; ab dem 24.3. geht die Neue Philharmonie Westfalen mit Mars, Venus und Merkur auf Tournee.
Das Aalto Musiktheater in Essen setzt währenddessen auf niemand Geringeren als den starken Griechengott Herkules, der für seine stressige Heldenarbeit die Hilfe junger Zuhörer benötigt: Unter dem Motto „Helden gesucht!“ steht am 3.4. ein Konzert für Kinder ab zehn Jahren auf dem Programm. In der Deutschen Oper am Rhein soll nach „Robin Hood“ in der vergangenen Spielzeit nun Xavier Montsalvatges Zauber- und Märchenoper „Der gestiefelte Kater“ kleinen Konzertgängern Lust auf Oper machen – für die Kinder ist das ganz bestimmt wieder ein tierisch lustiges Musikvergnügen.
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