Verdammnis
02.02.2010 | 14:12 Uhr 2010-02-02T02:12+0100In "Verdammnis" wird Stieg Larssons Millennium-Trilogie auf der Kinoleinwand weitergesponnen.
Vor einem Jahr haben der Journalist Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) und die listige Hackerin Lisbeth Salander (Noomi Rapace) in den dunklen Geheimnissen einer schwedischen Familie gewühlt. Nun kreuzen sich die Wege des ungleichen Paares erneut. Als Salanders Vormund und ein junger Redakteur erschossen aufgefunden werden, trägt die Tatwaffe ausgerechnet die Fingerabdrücke der Computerexpertin. Während Salander daraufhin untertaucht, versucht Blomkvist mit aller Macht, ihre Unschuld zu beweisen.
Vier Monate nach dem packenden Thriller «Verblendung» erlebt Stieg Larssons Millennium-Trilogie bereits ihre Kinofortsetzung. In «Verdammnis» rücken dabei die persönlichen Hintergründe von Blomkvist und Salander in den Vordergrund. Vor allem Salanders Biografie wird ausgiebig durchleuchtet. Während sie unter dringenden Mordverdacht gerät, treten die düsteren Schatten ihrer Vergangenheit offen zutage. Vor allem psychisch müssen sich Blomkvist und Salander daraufhin auf harte Bewährungsproben einstellen.
Die zweite Verfilmung aus der erfolgreichen Buchreihe erweist sich erneut als fesselnd, und die Hauptdarsteller Noomi Rapace und Michael Nyqvist zeigen wieder eine hervorragende Leistung. Geändert haben sich aber die Rahmenbedingungen: Da ursprünglich geplant war, nur den ersten Teil der Trilogie ins Kino zu bringen, sind Ausstattung und Bildformat von «Verdammnis» auf die geringeren Bedürfnisse des Fernsehens abgestimmt. Zudem wurde Regisseur Niels Arden Oplev durch Daniel Alfredson ersetzt. Rein optisch sind dem Film diese Umstellungen deutlich anzumerken. Die inhaltliche Spannung leidet darunter aber nicht.
Salander avanciert zur treibenden Kraft der Geschichte
- Deutscher Kinostart: 4. Februar 2010
- Thriller, Schweden 2009, 129 Minuten,
- Altersfreigabe ab 16 Jahren
- Regie: Daniel Alfredson, Darsteller: Noomi Rapace, Michael Nyqvist, Lena Endre, Georgi Staykov u.a.
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Zumal die so unnahbare wie betörende Salander, der heimliche Star des ersten Kinofilms, endgültig zur treibenden Kraft der Geschichte avanciert. Die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit überdeckt sämtliche Nebenkriegsschauplätze. Selbst ein internationaler Mädchenhändlerring, der im Hintergrund von «Verdammnis» mit Morden und Zwangsprostitution sein Unwesen treibt, verkommt zum blanken Beiwerk. Dafür ist die Person Lisbeth Salander schlichtweg viel zu faszinierend.
Wer sich bereits von «Verblendung» nachhaltig packen ließ, darf den Nachfolger auf keinen Fall verpassen, wenngleich die Geschichte unweigerlich auf ein offenes Ende zusteuert. Wie es mit Salander, Blomkvist und den Menschenhändlern ausgeht, erfährt der Zuschauer - wie in der Buchvorlage - erst in «Vergebung». Der dritte und abschließende Part der Millennium-Trilogie kommt im Juni ins Kino. (ddp)