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Up in the Air

02.02.2010 | 05:00 Uhr
Vera Farmiga und George Clooney in "Up In The Air". © 2009 DW STUDIOS L.L.C. and COLD SPRING PICTURES.
Vera Farmiga und George Clooney in "Up In The Air". © 2009 DW STUDIOS L.L.C. and COLD SPRING PICTURES.

In der Bestsellerverfilmung "Up In the Air" führt George Clooney ein Leben auf der Überholspur.

Ryan (George Clooney) mit seiner Affäre (Vera Farmiga). © 2009 DW STUDIOS L.L.C. and COLD SPRING PICTURES.

Ryan (George Clooney) hat keinen sympathischen Job. Er kommt dort zum Einsatz, wo Kündigungen ausgesprochen werden müssen. In schwierigen Zeiten wie diesen hat Ryan viel zu tun. Die meiste Zeit ist er daher unterwegs, meist in Flugzeugen. Inzwischen steht er kurz davor, die Zehn-Millionen-Flugmeilen-Schallmauer zu durchbrechen - sein großes Lebensziel. Auf Freunde und Familie legt er hingegen keinen Wert. Doch dann kommt es in seiner Firma zu massiven Umstrukturierungen, die Ryan erstmals zum Stillstand zwingen.

In der Bestsellerverfilmung «Up In the Air» führt George Clooney («Ocean's Eleven») als überzeugter Geschäftsreisender ein Leben auf der Überholspur. Sein Ryan ist ständig auf Achse. Flughäfen und Hotellobbys sind sein Zuhause. Kein Wunder, dass sein eigenes Appartement genauso kühl und unpersönlich wirkt wie die Suiten, in denen er die meisten Tage des Jahres verbringt.

Doch der Kündigungs-Verkünder fühlt sich wohl in seiner Haut. Er liebt das ständige Unterwegssein. Überall wird er mit freundlichen Worten empfangen, überall erwarten ihn saubere Zimmer und von Zeit zu Zeit ergeben sich ungezwungene Schäferstündchen - etwa mit einer von Vera Farmiga («Departed») gespielten Frau, die regelmäßig seinen Weg kreuzt.

Fokus auf die persönliche Ebene

Doch dann beendet eine hochnäsige Harvardabsolventin (zauberhaft: Newcomerin Anna Kendrick) die eigenwillige Idylle des Vielfliegers. Statt Kündigungen weiterhin unter vier Augen auszusprechen, sollen künftig nur noch Videokonferenzen via Internet eingesetzt werden. Das ist zwar unpersönlich, spart aber Zeit und Geld.

Der smarte Ryan wird dadurch förmlich auf den Boden der Realität zurückgeholt. Zum ersten Mal seit vielen Jahren muss er innehalten und sich mit sich selbst und seiner Zukunft beschäftigen. Und die sieht alles andere als rosig aus: Er hat keine Freunde, kaum Kontakt zu seiner Familie und niemanden, mit dem er Erlebnisse teilen kann.

In «Up In the Air» fokussiert sich Regisseur Jason Reitman in erster Linie auf die persönliche Ebene der Geschichte. Die ganze Welt dreht sich dabei um den selbstbewussten Ryan. Zunächst kommt einem dessen Dasein sogar wie ein kleines Paradies voller Annehmlichkeiten vor. Doch dann beginnt die Fassade langsam zu bröckeln. Einsamkeit und Trostlosigkeit machen sich breit. Daneben skizziert die Komödie eine Gesellschaft, die immer steriler und unnahbarer wird. Das blinde Streben nach Profit bestimmt das Handeln. Zudem findet keine klare Kommunikation mehr statt. Nicht umsonst engagieren Unternehmer einen Mann wie Ryan. Sie selbst sind unfähig geworden, unliebsame Mitteilungen selbst auszusprechen. Das ist ein düsteres Gesellschaftsbild.

Doch «Up In the Air» ist alles andere als ein düsterer Film. Dies hat er einem beschwingten Drehbuch und erstklassig besetzten Hauptrollen zu verdanken. Nach «Thank You For Smoking» und «Juno» ist Reitman erneut ein intelligentes, gewitztes und hintergründiges Werk gelungen. (ddp)

DerWesten

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