Tiramisu-Dusche beim Italiener
01.11.2009 | 09:54 Uhr 2009-11-01T09:54:00+0100
Essen. „Die Standesbeamtin” ist eine Schweizer Kino-Komödie, die Romantik und Witz gekonnt mischt. Nur das absehbare Ende nimmt ihr den Pep
Sich unglücklich zu verlieben ist schon ein hartes Schicksal. Doch wie unerträglich ist es erst für eine Standesbeamtin, wenn sie ihre große Liebe mit einer anderen verheiraten soll?
Und wenn der Chef mit der fristlosen Kündigung droht, falls sie sich weigert? Diese emotionale Grenzerfahrung macht Rahel Hubli in „Die Standesbeamtin” nach einigen turbulenten Tage: Zunächst taucht ihre Jugendliebe Ben (Dominique Jann), mit der sie einst von einer Musikkarriere träumte, in der Idylle der schweizerischen Provinz auf. Dann erwischt sie ihren desinteressierten Ehemann (Beat Marti) auch noch mit einer anderen Frau beim Italiener. Worauf sie ihm eine Tiramisu-Dusche verpasst.
Uriges Schwyzerdütsch
Deutscher Kinostart: 29. Oktober 2009
Regie: Micha Lewinsky
Darsteller: Marie Leuenberger, Dominique Jann, Beat Marti, Oriana Schrage und andere
In seiner romantischen Komödie platziert Regisseur Micha Lewinsky seine Hauptdarstellerin Marie Leuenberger inmitten eines scheinbar ausweglosen Konfliktes. Innerlich zerrissen wankt sie zwischen dem krampfhaften Festhalten am ersehnten Familienglück und dem Hoffen auf die Liebe des Lebens. Sie wankt zwischen dem biederen Alltag einer fremdbestimmten Beamtin und der Selbstverwirklichung als Musikerin.
In diese melancholische Grundstimmung (Kamera Pierre Mennel) mischt Lewinsky gekonnt punktgenaue Musik, knuffige kleine Gags und garniert dies alles mit urigem Schwyzerdütsch, das dem Streifen einen besonderen Charme verleiht.
Leider krankt die durchaus sympathische Komödie ein wenig daran, dass ihr Ende schon früh vorhersehbar ist und Überraschung und Pep vermissen lässt.
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