"Teenage Mutant Ninja Turtles" kehren mit Megan Fox zurück

Schon 30 Jahre alt - das sieht man den Ninja Turtles nicht an.
Schon 30 Jahre alt - das sieht man den Ninja Turtles nicht an.
Foto: Industrial Light & Magic/Paramount
Was wir bereits wissen
In der vierten Version der mittlerweile zum Klassiker herangereiften "Teenage Mutant Ninja Turtles" treten die Turtles an, um New York zu retten. Allerdings ist von der subversiven Ebene, die die Turtles noch vor 30 Jahren an den Tag gelegt haben, nicht mehr viel zu erkennen.

Essen.. Leonardo, Michelangelo, Raphael und Donatello, die vier "Teenage Mutant Ninja Turtles", gehörten von Anfang an zu den bizarrsten Schöpfungen der amerikanischen Pop-Kultur. Als sie 1984 in einer von Kevin Eastman und Peter Laird ersonnenen Comic-Reihe ihren ersten Auftritt hatten, war der parodistische Unterton der Serie nicht zu überhören.

Aber Eastman und Laird verspotteten dabei nicht nur die klassischen Superhelden-Comics jener Jahre auf eine überaus liebenswerte Weise, sie nahmen zugleich auch noch die fast schon hysterische Furcht der Mittelschicht vor außer Kontrolle geratenen Straßengangs aufs Korn.

30 Jahre, vier Spielfilme und mehrere Fernsehserie später

Von dieser zweiten, im Rückblick erstaunlich subversiven Ebene der "Teenage Mutant Ninja Turtles" ist 30 Jahre, vier Spielfilme und mehrere Fernsehserien später nicht mehr viel übrig. In Jonathan Liebesmans Realfilm-Reboot, das von Michael Bay produziert wurde und nicht nur visuell immer wieder an dessen "Transformers"-Filme erinnert, sind die Soldaten der Foot-Gang genauso wie ihr Anführer Shredder nur noch stereotype Bösewichte, wie man sie aus unzähligen Comicverfilmungen kennt.

Megan Fox Die diffusen Ängste und paranoiden Phantasien der 1980er-Jahre sind mittlerweile vergessen. Sie haben ganz andere Formen angenommen und konzentrieren sich nun auf den Schrecken vor terroristischen Aktivitäten. Insofern gehen Liebesman und seine drei Drehbuchautoren Josh Applebaum, André Nemec und Evan Daugherty durchaus mit der Zeit, wenn sich Shredder und seine so zahl- wie gesichtslosen Handlanger als Terroristen entpuppen, die einen perfiden Anschlag auf die Bevölkerung von New York planen.

Nur spielen sie eben nicht auf satirische Weise mit irrationalen Ängsten und der Panikmache der Medien, sondern bestätigen sie einfach. So gerät letztlich der ganze Film in eine seltsame Schieflage.

Megan Fox als Fernsehreporterin

Der Ernst der Bedrohung passt letztlich weder zu der eher komödiantischen Geschichte um die ehrgeizige Fernsehreporterin April O’Neil (Megan Fox), die von einem Pulitzer-Preis träumt, aber nur über Yoga-Lehrer und andere Belanglosigkeiten berichten darf, noch zu den Albernheiten der Turtles. Liebesman kann sich einfach nicht entscheiden, ob er seinem Publikum nun ein konventionelles 3D-Action- und Comic-Spektakel oder doch eher eine Parodie auf dieses Genre bieten will.

Seine stärksten Momente hat der Film zweifellos in seinen satirischen Augenblicken. Wäre er doch nur insgesamt so überdreht wie die irrwitzige Verfolgungsjagd, bei der neben den Turtles auch ihre Häscher einen schier endlosen, tief verschneiten Abhang hinunterrutschen. In dieser herrlich übertriebenen Sequenz entwickelt Liebesmans Reboot eine ungeheure Dynamik, in der sich Komik und Spannung eindrucksvoll die Waage halten, während sie sich sonst eher gegenseitig im Weg stehen.

Wertung: zwei von fünf Sternen