Support von ganz oben: Obama zeigt "Selma" im Weißen Haus

Dass der Film "Selma" über den schwarzen Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. mit nur zwei Oscar-Nominierungen bedacht wurde, stößt vielerorts auf Unverständnis. Um ein deutliches Zeichen der Unterstützung zu setzen, hat US-Präsident Obama unter anderem die Regisseurin und die Schauspieler zu einer exklusiven Vorführung des Films am Freitag im Weißen Haus eingeladen.

"Wir müssen begrenzte Fehlschläge akzeptieren, aber wir dürfen niemals die grenzenlose Hoffnung verlieren", sagte einst der Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. (1929-1968). Von seinem Kampf an der Spitze der amerikanischen Civil-Rights-Bewegung handelt der Film "Selma", der bei den Oscar-Nominierungen enttäuschend abgeschnitten hat. Aber US-Präsident Barack Obama hat sich entschieden, den Film und seine Macher zu unterstützen und ihn am heutigen Freitagnachmittag im Weißen Haus vor ausgewähltem Publikum zu zeigen: Dabei sein werden laut der "Washington Post" unter anderem die Familie des Präsidenten, die Regisseurin Ava DuVernay (42) und die Schauspieler.

Zwar hat die Academy den Film für die Kategorien "Bester Film" und "Bester Song" vorgeschlagen, aber die Regisseurin und der King-Darsteller David Oyelowo (38, "Interstellar") gingen leer aus. Eine Entscheidung, die nicht nur im Weißen Haus für Irritationen sorgt. Behandelt das Drama doch die drei sogenannten "Selma-nach-Montgomery-Märsche" im Jahr 1965, die den politischen und gefühlsmäßigen Höhepunkt der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung markierten. Nach den Unruhen in Ferguson, Cleveland und Brooklyn wäre eine Nominierung in den Kategorien "Beste Regie" und "Bester Schauspieler" ein wichtiges Zeichen gewesen.

Nicht zuletzt wegen dieser aktuellen Brisanz spielt auch die berühmte US-Moderatorin Oprah Winfrey (60) in dem Drama mit und hat die Regisseurin DuVernay bei der Produktion unterstützt. Die wäre mit einer Nominierung für die beste Regie als erste Schwarze in diese Auswahl gekommen.