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Filmkritik

Stirb langsam 5 - Männer, die durch Trümmer gehen

13.02.2013 | 17:51 Uhr
Stirb langsam 5 - Männer, die durch Trümmer gehen
John (Bruce Willis) als Aufräumkommando in Russland.Foto: Twentieth Century Fox/dapd

Essen.   „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ läuft in den deutschen Kinos an. Der alte Haudegen Bruce Willis ist als John McClane zurück auf der Leinwand. Im fünften Teil der Film-Reihe zwar mit weniger Haaren, dafür aber mit mehr Action.

Stirb langsam – wer hätte vor 25 Jahren gedacht, dass ein Filmtitel zum Geschäftsprinzip würde? Aber nun, da Hollywood das meiste Geld in solche Projekte investiert, die sich bereits als kassenträchtig erwiesen haben, meldet sich mit dem fünften „Stirb langsam“-Thriller „Ein guter Tag zum Sterben“ eine Filmreihe zurück, die nach einem Vierteljahrhundert (und das ist in der Tat bemerkenswert) immer noch den gleichen Hauptdarsteller aufweist.

Nun kann zwar auch Bruce Willis das Rad der Zeit nicht anhalten, aber da man über die Jahre mit dabei war, wie seine Haare immer weniger wurden und sein Gesicht zusehends verwitterte, fällt der Übergang vom vierten SL-Film vor immerhin auch schon fünf Jahren zum aktuellen Produkt nicht gar so gravierend aus.

John McClane ist also wieder da. Wenn wir ihn das erste Mal in SL5 sehen, zerballert er auf dem Schießstand eine Zielscheibe, die gefühlt höchstens drei Meter weg gewesen sein kann. „Es geht ja noch“, murmelt er zufrieden, dann besteigt er einen Flieger nach Moskau.

Der Übergang von Teil vier zum aktuellen Produkt fällt nicht gravierend aus

McClanes Sohn Jack steht in Russlands Metropole zusammen mit dem Oligarchen Komarow (Sebastian Koch mit verwegenem Vollbart) vor Gericht. Eine Minute nach McClanes Ankunft vor dem Gerichtsgebäude bricht die Hölle los. Schwer Bewaffnete sprengen das halbe Haus weg, können aber nicht verhindern, dass Jack (Jai Courtenay, der aussieht wie ein Bruder von Lukas Podolski) und Komarow entkommen. McClane Senior holt die Flüchtigen ein und dann beginnt eine wilde Verfolgung durch die Stadt und weiter zu einer Fabrik in Tschernobyl, das übrigens nicht mehr in Russland liegt.

No-Brainer nennt man in Hollywood Filme, die nur dann Spaß machen, wenn der Denkapparat konsequent ausgeblendet bleibt. SL-Teil 5 ist so ein Film. Mit rund 95 Minuten ähnlich kurz wie der vierte Teil, kommt man schnell zum Wesentlichen – Leute erschießen und möglichst viel kaputt machen – und streut zwischen den Feuergefechten etwas Story ein.

McClanes Sohnemann Jack arbeitet für die CIA

Es geht zunächst um eine dubiose Akte, dann um angereichertes Uran und mittendrin und drum herum um Kabbeleien zwischen Vater und Sohn. Der Papa agiert wie eh und je als Haudegen, der sich ungefragt einmischt und dann jede Menge Sach- und Personenschäden anrichtet, Sohnemann dagegen arbeitet für die CIA.

Wichtig ist das alles nicht, denn dieser aufwändig produzierte Film (es gehen mehr Autos zu Bruch als in „Blues Brothers“) keilt in die Kerbe von „Bad Boys 2“ mit brutalisiert harter Action zum Pläsier 13-jähriger Amerikaner, für die Gewalt zum Kinderzimmerinventar gehört. Regisseur John Moore („Max Payne“) zelebriert dafür coole Machosprüche und überdrehte Stuntsensationen mit steigenden Schwierigkeitsgraden; der Film soll sich ja auch als Videospiel verkaufen. Wer also bereitwillig sein Hirn ausschaltet, wird flotte Kurzweil vorfinden. Der Erfolg ist damit eine sich selbst erfüllende Vorhersage.
Wertung: Drei von fünf Sternen

Uwe Mies



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