Steuerzahlerbund wettert gegen Filmförderung
15.05.2009 | 15:22 Uhr 2009-05-15T15:22:00+0200
Essen. Der neue Tarantino-Streifen "Inglourious Basterds" hat alle Zutaten für einen Kassenschlager. Der deutsche Filmförderfonds hat die Produktion mit 6,8 Millionen Euro Steuergeldern bezuschusst. Das erregt den Bund der Steuerzahler. Geschäftsführer Holznagel spricht von "Subventionsirrsinn".
Eine schräge und blutriefende Story aus der Feder von Quentin Tarantino in der Nazis ordentlich eins auf die Mütze bekommen, ein smarter Weltstar namens Brad Pitt und eine zwar weitgehend unbekannte, aber ebenso smarte Me´lanie Laurent in den Hauptrollen sowie eine Nominierung für die Goldene Palme. „Inglourious Basterds” kommt im August in die Kinos und verspricht schon jetzt ein Kassenschlager zu werden.
Umso merkwürdiger erscheint es, dass der neue Tarantino mit einem dicken Batzen Steuergeld gesponsert worden ist. Stolze 6,8 Millionen Euro oder zwanzig Prozent der Gesamtkosten hat der Deutsche Filmförderfonds für die Produktion des Streifens zur Verfügung gestellt, der größtenteils in Deutschland, etwa in Berlin und Görlitz, gedreht wurde.
"Transparent und effizient"
Der Deutsche Filmförderfonds (DFFF) existiert sei 2007, hat ein Jahresbudget von 60 Millionen Euro ist nach Ansicht von Kulturstaatsminister Bernd Neumann ein „Förderinstrument, das mit seiner Transparenz und Effizienz neue Maßstäbe setzt”.
Nach Ansicht des Bundes der Steuerzahler verschwendet der Fonds schlicht Steuergeld. „Es ist völlig inakzeptabel, ein Filmprojekt von Stars wie Quentin Tarantino und Brad Pitt mit deutschen Steuerzahlermillionen zu unterstützen”, schimpft Bundesgeschäftsführer Reiner Holznagel und giftet: „Der Subventionsirrsinn treibt immer neue Blüten.”
Auf Seiten der Filmförderer kann und will man die Aufregung nicht verstehen. Die ausgebenen Steuermillionen seien gut investiertes Geld, argumentiert Thomas Schulz, Sprecher des DFFF. Schließlich werde damit die Filmwirtschaft in Deutschland samt ihrer Arbeitsplätze nachhaltig gestärkt. „Ohne die Förderung hätte Tarantino in den USA gedreht”, sagt Schulz. Kulturstaatsminister Neumann hatte schon in der Vergangenheit immer wieder betont, dass die Förderung durch den DFFF Investitionen in Deutschland in Höhe der sechsfachen Fördersumme auslöse.
Subventionen für den Filmstandort Deutschland
Eine genaue Analyse dazu liegt indes noch nicht vor, räumt der Vorsitzende des Kulturauschusses im Bundestag, Hans-Joachim Otto (FDP), ein. Gleichwohl ist auch er ein Fan der Förderung. Als Liberaler empfände er das Instrument zwar „ordnungspolitisch nicht als besonders schön”, volkswirtschaftlich mache es aber Sinn, da dadurch internationale Produktionen nach Deutschland geholt würden. Ohne Subventionen wäre der Filmstandort Deutschland ausgetrocknet, meint Otto. Die Filmstudios Babelsberg, in denen „Inglourious Basterds” in weiten Teilen gedreht wurde, „hätten ohne die Subventionen wohl keine Chance mehr gehabt”.
Der Tarantino-Streifen ist beileibe nicht die einzige internationale Produktion, die mit Steuermillionen gesponsert wurde. Üppige Beträge flossen unter anderem für „Speed Racer” von den Wachowski-Brüdern (9 Millionen Euro) oder Bryan Singers „Walküre” mit Tom Cruise (4,8 Millionen Euro).
14:41
Hier ist der richtige Link:
http://www.scifi-forum.de/off-topic/off-topic-allgemein/18175-steuerwahnsinn-deutsche-steuerzahler-finanzieren-hollywood-filme.html
13:46
Na dann macht doch mal jemand eine Petition und schon muss man nur genügend Menschen finden die das mittragen und dann kann gegebenen falls auch bewegung in die Sache kommen!
Aber wie ich das so sehe regen sich viele auf aber niemand macht was wie immer in Deutschland!
13:10
Wenn das so ist, dann müßten wir umsonst ins Kino gehen dürfen...ansonsten bezahlen wir ja doppelt...
12:51
Leider funktioniert der direkte Link auf Monitor nicht mehr, aber man kann hier noch ganz gut den Tenor der Sendung nachlesen:
m.de/off-topic/off-topic-allgemein/18175-steuerwahnsinn-deutsche-steuerzahler-finanzieren-hollywood-filme.html
12:06
So einen Schund mit dem Geld der deutschen Steuerzahler zu finanzieren ist ein Skandal!
12:05
Die Filmförderung, ist ein alter Hut! Schon vor ca. 6 Jahren gab es dazu einen Beitrag im Panorama, der zeigte wie jählich Miliardenbeträge über steuerlich begünstigte Filmfonds nach Hollywood transferiert werden. Dieses Geld ist auch der Grund, warum amerikanische Stars gerne zu Premieren nach D kommen. In Hollywood nennt man bezeichnenderweise dieses Geld silly money.
Warum deutsche Steuermiliarden in Holywood verplempert werden? Nun ich habe da eine Erklärung für, aber die möchte ich für mich behalten. Ich möchte doch nicht ans Kreuz genagelt werden.
Nach dem Beitrag in Monitor, habe ich damals alle für meine Region in Frage kommenden MDBs per eMail angeschrieben (SPD, CDU, FDP, Grüne) und Sie um eine Erklärung gebeten, ich habe bis heute keine Antwort erhalten. Freunden und Verwandten von mir erging es genauso.
11:13
Ach nochwas zur Gewaltdiskussion.
Tarantinos Filme sind nicht gerade für den kulturellen Beitrag oder die friedvolle Handlung bekannt.
Mich dünkt die Filme sind sogar ziemlich brutal und gewaltverherlichend.
11:11
Lieber 60 Millionen fürs Tittitainment ausgeben, statt in Bildung und Soziales.
Ist doch ne gute Rechnung: Brot und Spiele oder für die Gegenwart Hamburger und visuelle Berieselung.
10:53
#9 von Kasimir V: An der Kinokassen wird sicher nicht mehr so viel Geld wie früher gemacht. Aber die weitere Lizenzauswertung der Filme (z.B. DVD, Pay-TV, Free-TV, Computerspiele, Soundtracks, Merchandising) bringt auch viel Kohle...
10:46
wer hunderte Milliarden den sog. Systembanken in den A... pusten kann für nichts und wieder nichts, der wird doch sicher auch paar Milliönchen für Tarantino locker haben. Finde ich sogar besser. Es wird eh viel zu wenig in Kultur investiert.