Soldatenleben als grober Holzschnitt
28.11.2007 | 10:05 Uhr 2007-11-28T10:05:00+0100
Bisher hat es der deutsche Film versäumt, den Wandel der Bundeswehr von der Inlandsarmee zur international agierenden Schutztruppe zu thematisieren.
In "Mörderischer Frieden", dem Kinodebüt von Rudolf Schweiger, geht es nun erstmals um die Situation deutscher Soldaten, die als Teil der Kfor-Schutztruppe Dienst im Kosovo tun.
Ihre Aufgabenstellung ist klar: Die Uniformierten sollen die albanischen Milizen entwaffnen und die serbische Minderheit vor Übergriffen schützen. Nur wer persönlich angegriffen wird, darf seine Waffe benutzen, ansonsten hat man sich aus allem herauszuhalten.
Schweigers Film versucht erst gar nicht, die Befindlichkeit der überforderten Soldaten in der unübersichtlichen Lage auszuloten. Und er gibt auch nicht vor, der labilen Gemengelage vor Ort mit einer differenzierten Charakterzeichnung zu begegnen. Dafür liebt das Drehbuch den Holzschnitt viel zu sehr: Es gibt die guten Soldaten und die klaren Finsterlinge.
Ein brisantes Thema wird hier verschenkt an eine simple Spannungsdramaturgie (Suche nach dem Waffenlager der Albaner), gemixt mit einer keimenden Liebesgeschichte zwischen einem Jungsoldaten (Max Riemelt) und der Tochter eines serbischen Kriegsverbrechers (Susanne Bormann). Der Glaubwürdigkeit der Figuren ist nicht gerade zuträglich, dass Serben hier von bekannten deutschen TV-Darstellern (Peter Bongartz) verkörpert werden. Von der Qualität der Dialoge ("Unsere Rache lässt sich nicht aufhalten!") ganz zu schweigen.
Die einzig interessante Figur in Schweigers Film bleibt der halbwüchsige Albaner Durcan (Damir Dzumhur). Die Verschlossenheit dieses jungenhaften Scharfschützen, der allein durch seine Augen redet, deutet die Möglichkeiten an, die in diesem spürbar fürs Fernsehen produzierten Film verpasst wurden.
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