Skurrile Kurzgeschichten "Von Pferden und Menschen"

Jóhanna (Sigríður María Egilsdóttir) bringt den verletzten Grimur (Kjartan Ragnarsson) zurück.
Jóhanna (Sigríður María Egilsdóttir) bringt den verletzten Grimur (Kjartan Ragnarsson) zurück.
Foto: Filmpresskit

Von Menschen und Pferden - Trailer 1

In Islands Einöde ist es zwar wunderschön, aber manchmal auch recht langweilig. Umso mehr hängen die weit verstreuten Bewohner an ihren geliebten Pferden und Ponys. Wenn dann auch noch zwei Pferdehalter ineinander verlieben, ist die Aufregung groß.
Fr, 13.02.2015, 21.00 Uhr

In Islands Einöde ist es zwar wunderschön, aber manchmal auch recht langweilig. Umso mehr hängen die weit verstreuten Bewohner an ihren geliebten Pferden und Ponys. Wenn dann auch noch zwei Pferdehalter ineinander verlieben, ist die Aufregung groß.

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Was wir bereits wissen
Die Tragikomödie "Von Pferden und Menschen" bietet zwar jede Menge Skurrilität, doch das allein bietet kein Fundament für gelungene Unterhaltung.

Essen.. Der Isländer vom Lande ist seinem Geländewagen mindestens so zugetan wie dem Ritt auf einem Pony. Aus dieser simplen Gleichung heraus destillierte Filmautor Benedikt Erlingsson für sein Kinodebüt „Von Pferden und Menschen“ einen makaber gewirkten Reigen von Kurzgeschichten, die nur dahingehend mit einander zu tun haben, dass die beteiligten Leute in nachbarschaftlicher Beziehung zueinander stehen und dass sie alle mit behuften Vierbeinern zu tun haben.

Der geneigte Zuschauer aus milden deutschen Landen darf in der Folge staunen, wie schnell etwa die Liebe eines reichen Landgutsherrn zu seinem Pony erkalten kann, nur weil er einmal von seinem Tierchen peinlich bloßgestellt wurde.

Man wird Zeuge eines Nachbarschaftsstreits, der wegen falscher Bezaunung aus dem Ruder läuft. Ein Säufer schwimmt einem Frachter entgegen, weil es an Bord besonders guten Wodka geben soll, und ein verirrter Tourist rettet sich vor nächtlichem Schneesturm ins Innere seines Reittieres. Es ist nicht so, dass in diesem Film keine seltsamen Dinge passieren würden; das Poster zum Film mit seinem Bild von Ross, Reiter und einem dritten, hormonell erregten Ross spricht bereits Bände.

Kein gutes Fundament

Allerdings ist Skurrilität allein noch kein hinreichendes Fundament für gelungene Unterhaltung. Benedikt Erlingssons Mischung aus magischem Nordrealismus und trockenem Humor erinnert an die Filme seines Produzenten Fridrik Thor Fridriksson („Children of Nature“, „Die Teufelsinsel“), die auf der Leinwand nicht hielten, was sie auf dem Papier versprachen. Sein Film bietet Ideen, die für sich noch keine Geschichte ergeben, die Figuren reichen nie über den Status einer Karikatur hinaus. Diese Defizite haben zur Folge, dass der Film trotz Spielzeit von nur 81 Minuten so zäh dahin treibt wie ein Gletscher auf dem Weg zum Meer.

Wertung: zwei von fünf Sternen