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Sherlock Holmes
25.01.2010 | 05:00 Uhr 2010-01-25T05:00+0100Bei Guy Ritchie wird Sherlock Holmes zum Action-Held: Die Fortsetzung mit Robert Downey Jr. ist geplant.
Kaum ein anderer Stoff dürfte bereits so oft verfilmt worden sein wie die Abenteuer des britischen Meisterdetektivs Sherlock Holmes. Verkörpert haben ihn so unterschiedliche Schauspieler wie Rupert Everett, Christopher Lee, Peter O'Toole und Erich Schellow. Den weit über 230 existierenden Fernseh- und Kinoadaptionen wollte Guy Ritchie («Snatch») nun noch eine weitere hinzufügen und hat sich zusammen mit Action-Produzenten Joel Silver («Matrix», «Lethal Weapon») für eine radikale Neuinterpretation entschieden.
Sherlock Holmes, wie er nun in Gestalt von «Iron Man»-Darsteller Robert Downey Jr. auf der Leinwand erscheint, ist zwar immer noch mit einer faszinierenden Kombinationsgabe gesegnet. Ansonsten ist er aber ein recht rauer Bursche und zynischer Action-Held. Wenn es seinem Ego gut tut, liefert er sich in seiner Freizeit im Boxring einen Faustkampf und beweist sich auch darüber hinaus als exzentrischer Haudegen mit weitreichender Kampfsporterfahrung.
Watson lässt den eifersüchtigen Holmes zurück
Deutscher Kinostart: 28. Januar 2010
Regie: Guy Ritchie
Darsteller: Robert Downey Jr., Jude Law, Mark Strong, Rachel McAdams, Eddie Marsan, Kelly Reilly, William Houston und andere
An seiner Seite wie gewohnt der treu ergebene, aber nunmehr frisch verlobte Watson (Jude Law). Der zieht zu Beginn des Films gerade aus dem gemeinsamen Wohnsitz in der Baker Street 221 b aus und lässt einen zutiefst eifersüchtigen Sherlock Holmes zurück. Wie alte zerstrittene Eheleute kabbelt sich das Männerpaar und rauft sich für einen neuen Fall wieder zusammen. Eine Serie satanischer Ritualmorde erschüttert London und Lord Blackwood (Mark Strong) wird bald als Täter gefasst und hingerichtet. Doch er scheint von den Toten auferstanden zu sein und einen Staatskomplott vorzubereiten.
Für einen zweistündigen Krimi ist der Plot recht dünn ausgefallen. Um Langeweile vorzubeugen, hat man Robert Downey Jr. als charismatischem Ekel reichlich zynische Dialogzeilen zugeteilt und setzt vor allem auf Tempo und visuelle Effekte. Mit Freimaurer-Verschwörung, Teufelskult, London-Klischees, vor allem aber reichlich Explosionen und Action-Einlagen treibt Guy Ritchie auf diese Weise seinen Film einem offenen Ende zu.
Fortsetzung ist schon in Vorbereitung
Die Fortsetzung ist schon in Vorbereitung - falls Andrea Plunkett, die Inhaberin der US-Rechte der Detektivromane von Arthur Conan Doyle, wieder beruhigt werden kann. Plunkett hatte sich gegen unterschwellige homoerotische Zwischentöne bei Holmes und Watson verwahrt und mit dem Entzug der Rechte für ein Sequel gedroht.
Guy Ritchie wird sicherlich alles dran setzen, dass der für 2011 bereits angekündigte «Sherlock Holmes 2» tatsächlich auch produziert wird. Nach der schlagzeilenträchtigen Scheidung von nunmehr Ex-Ehefrau Madonna und einer Serie von Flops («Revolver», «Stürmische Liebe») scheint er nun Dank der Neubelebung des Detektivklassikers an seine frühen Erfolge anschließen zu können. Nach kaum drei Wochen hatte «Sherlock Holmes» weltweit bereits rund 300 Millionen US-Dollar eingespielt. (ddp)