Schwarzenegger: „Ich verkörpere den amerikanischen Traum“

Er ist wieder der Terminator: Arnold Schwarzenegger.
Er ist wieder der Terminator: Arnold Schwarzenegger.
Foto: Paramount Pictures
Was wir bereits wissen
Arnold Schwarzenegger spricht im Interview über sein Cyborg-Comeback, seine Zeit als Politiker – und wie er damit klarkommt, bald 70 zu werden.

Berlin.. Arnold Schwarzenegger schluckt den letzten Bissen eines Croissants herunter. „Ich weiß gar nicht, ob das mein Frühstück ist oder mein Abendessen. Ich funktioniere immer noch nach australischer Zeit“, sagt er. Denn auch dort war er natürlich auf Promotion-Tour für seinen neuen Film „Terminator: Genisys“. Im Gespräch merkt man ihm an, wie stolz er auf sein Comeback als Terminator ist.

Waren Sie tatsächlich verwundert darüber, dass man Sie für „Terminator: Genisys“ zurückhaben wollte? Immerhin haben Sie mit dem Terminator eine Film-Ikone geschaffen.

Kino Ich war nicht wirklich verwundert, nur etwas überrascht. Und natürlich habe ich mich sehr darüber gefreut. Die große Frage war doch, wie schreibt man die Terminator-Geschichte sinnvoll weiter? Und wie vermeidet man es, so zu tun, als ob ich noch derselbe wäre wie im ersten Film von 1984. Denn natürlich bin ich seitdem etwas älter geworden und sehe entsprechend aus (lacht). Aber die Drehbuchschreiber und der Regisseur haben das Problem clever gelöst. Und zwar indem sie klar gemacht haben, dass die Haut des Original-Terminators altert, da sie ja aus menschlichem Gewebe besteht. Und dass ich die Zeitreisen im Film eben auf die langsame Tour durchziehen muss, weil sonst meine Terminator-Metall-Struktur auseinanderfliegen würde.

Hatten Sie keine Sorge, wie das heutige Publikum Sie in dieser Rolle aufnehmen würde? Viele Zuschauer waren 1984 noch gar nicht geboren.

Ich habe mir schon Gedanken darüber gemacht, ob mich auch das jüngere Publikum akzeptieren wird. Aber ich bin mir sicher, dass auch die alten Terminator-Filme bekannt sind, da sie ja oft im Fernsehen gezeigt werden oder auf DVDs zu haben sind. Dieser Film kam für mich genau zur richtigen Zeit. Als Gouverneur von Kalifornien habe ich keine Filme gemacht. Also musste ich nach zehn Jahren Pause erst mal langsam anfangen, was ich mit ein paar anderen Filmen ja getan habe.

Der Terminator ist ein hocheffizienter Cyborg, wie es ihn in der Wirklichkeit – noch – nicht gibt. Was halten Sie von Robotern und intelligenten Maschinen, die selbstständig „denken“ und „fühlen“ können? Werden die in Zukunft unser Leben dominieren?

Facebook Das tun sie doch schon heute. Vielleicht noch nicht in diesem Ausmaß, aber das wird noch kommen. Und es gibt da eine positive und eine negative Seite. Das Positive an der hochtechnischen Weiterentwicklung ist zum Beispiel, dass wir viel schneller und effizienter miteinander kommunizieren können. Und wenn wir skypen, sehen wir uns dabei sogar über alle Ozean hinweg. Ich finde auch die sozialen Medien wie Facebook oder Twitter gut.

Soweit das Positive, aber. . .

. . .aber man muss mit diesen Dingen auch verantwortungsvoll umgehen. Wenn man die modernen Kommunikationsmöglichkeiten vorsätzlich missbraucht, kann man ein Desaster anrichten. Darum geht es ja auch in den „Terminator“-Filmen. Da sieht man doch sehr deutlich die katastrophalen Folgen, wenn Maschinen sich ihrer selbst bewusst werden und aus dem Ruder laufen.

Was war denn Ihre aufregendste Zeit: die als Bodybuilder, Filmschauspieler oder Politiker?

Das Aufregendste war ganz eindeutig meine Zeit als Politiker. Da hatte ich ja die Macht, Dinge wirklich bewegen zu können und für die Menschen da sein zu können. Ich habe mein Gouverneurs-Amt so verstanden, dass ich Diener der Menschen im Staate Kalifornien sein sollte. Aus diesem Grund mag ich auch das Wort „Politiker“ überhaupt nicht. Denn viele Politiker haben nur ihre eigenen Interessen oder die ihrer Partei und ihre eigene Karriere im Sinn.

Sehen Sie sich eigentlich als die Verkörperung des „American Dream“?

Ja, ohne den geringsten Zweifel. Ich bin die Verkörperung des amerikanischen Traums. Aber das war nie mein Ziel. Als ich Ende der 60er-Jahre nach Amerika ging, habe ich sehr schnell gesehen, dass das wirklich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist. Und da ich damals die fixe Idee hatte, „Mr. Universum“ zu werden, war Kalifornien genau das Richtige für mich. Hätte ich eine Karriere in der klassischen Musik angestrebt, wäre Deutschland oder Österreich ideal gewesen. Es kommt darauf an, was man will.

Wie kommen Sie als Arnold Schwarzenegger damit klar, in zwei Jahren 70 zu werden?

Das ist für mich überhaupt kein Problem. Ich muss mir körperlich nichts mehr beweisen. Ich versuche nur so gut ich kann in Form zu bleiben. Ich mache jeden Tag Work-out. Ich stemme Gewichte, mache Cardio-Muskel-Training, laufe, schwimme, ich fahre zusammen mit meiner Freundin Fahrrad, ich bin also immer aktiv. Wenn man seinen Körper in Schuss hält, heißt das zwar nicht unbedingt, dass man länger lebt. Aber man ist eben fitter und kann das Leben auch noch im hohen Alter genießen. Ich kann mich noch gut an meine Kindheit in Österreich erinnern. Da saßen die Leute schon mit 65 nur noch auf der Bank oder gingen am Stock. Heute fahren sie mit 80 noch Ski.