Ryan Reynolds hört in "The Voices" mörderische Stimmen

Was wir bereits wissen
In "The Voices" wird ein netter Kerl zum Killer – vorhersehbar, selbstgefällig und einfältig, so fällt das Urteil unseres Kritikers aus.

Essen.. Schizophrenie kann mörderisch sein. Und so sind es im US-Thriller „The Voices“ eben jene Stimmen im Kopf eines jungen Mannes, die mörderisches Treiben auslösen. Eigentlich ist Jerry ein liebenswerter Kerl. Dass er auch eine weniger nette Seite in sich birgt, zeigt sich, wenn er nach Hause kommt und von Hund und Kater wortwörtlich begrüßt und ausgefragt wird. Der Hund ist dabei der gute Engel, der Kater ist es nicht; er redet Jerry aus, die Pillen zu nehmen, die seine mörderischen Triebe unterbinden würden.

Stereotype Charaktere

Es ist eine hübsch binär aufgeräumte Welt der Küchenpsychologie, die sich Drehbuchautor Michael Perry (TV-Serien und „Paranormal Activity 2“) ausgedacht hat. Das gilt auch für die Mädchen in diesem Film. Die Engländerin Gemma Arterton gibt das geile Biest, Anna Kendrick ist die Amerikanerin, mausig und lieb, aber nicht minder als Opfer geeignet. Den Täter spielt Ryan Reynolds, der mit seinen Knopfaugen so gar nicht nach Serienmörder aussieht.

Aber im US-Kino – gerade auch dem selbsternannten unabhängigen – arbeitet man gern einer Publikumserwartung zu, die Überraschungen umso mehr schätzt, je präziser diese absehbar sind. Bei versierter Regie hätte das immerhin eine interessante Variation über David Lynchs „Blue Velvet“ aus der Sicht von Frank Booth ergeben können.

Marjane Satrapis Möglichkeiten reichen nur dazu, dass Traumwelten bunt aussehen und die Wirklichkeit grau. Dazwischen steckt ihr Film in psychokomischer Selbstgefälligkeit fest.

Wertung: Zwei von fünf Sternen