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Ralf Richter: "Die wollten ja wieder nichts bezahlen"

16.04.2009 | 00:01 Uhr
Ralf Richter: "Die wollten ja wieder nichts bezahlen"

Essen. Am Mittwoch kommt Ralf Richter zur Premiere seines Films „Kopf oder Zahl“ in seine Geburtsstadt Essen. Virgil Grymonprez traf den Schauspieler zuvor zum Interview in Köln.

Am Mittwoch präsentieren Sie in der Lichtburg mit „Kopf oder Zahl“ einen Low-Budget-Film, in dem immerhin vier Schauspieler aus „Das Boot“ vor der Kamera stehen. Wie kam es zu Ihrem Engagement?

Info
Kopf oder Zahl

Deutscher Kinostart: 23. April 2009

Regie: Benjamin Eicher, Timo Joh. Mayer

Darsteller: Ralf Richter, Heinz Hoenig, Mark Keller, Jana Pallaske, Saskia Valencia, u.a.

Ralf Richter: Eigentlich wollte ich das gar nicht machen. Die wollten ja auch wieder nichts bezahlen. (Die Rede ist von den Regisseuren Benjamin Eicher und Timo Joh. Meyer, Anm. d. Redaktion) Und da hatte ich keinen Bock drauf. Weil es auch direkt mehrere Drehtage waren. Also hat mein Agent die Rolle abgelehnt. Aber hinter seinem Rücken haben die beiden meine Nummer rausgekriegt und mich einfach wieder angerufen. Und das fand ich gut, weil ich merkte, denen liegt wirklich was an der Sache. Da hab ich zugesagt.

Als der Film auf der Berlinale gezeigt wurde, gaben Sie sich überrascht von seiner endgültigen Version. Warum?

Ralf Richter: Ich glaubte ja zuerst nicht, dass das wirklich ein Film wird. (Lacht) Sondern eher ein paar Szenen. Ich hätte nicht gedacht, dass man dem Ganzen wirklich so folgen kann, wenn man sich das ansieht. Weil „Kopf oder Zahl“ ja eigentlich der erste Film von den beiden ist. Sonst machen die Musikvideos.

Und was halten Sie nun von dem Film? Er wird ja recht kontrovers besprochen.

Ralf Richter: Letztens hab ich Ratar getroffen, das ist so 'n Hip-Hopper. Der hat mich gefragt, ob ich den Film überhaupt verstanden hätte. Und ich: Ja, denke schon. „Ich nich'“, sagte er. „Ich hab nichts verstanden.“ Die Reaktion gibt's also auch. (Lacht) Aber ich war mit meiner Nichte auf der Berlinale und die fand den Film so gut, die wollte, dass ich ihr den auf DVD besorge.

Woran wird der Unterschied zu einer großen Filmproduktion sichtbar?

Filmszene aus "Kopf oder Zahl". (c) Kinostar Filmverleih

Ralf Richter: Das sieht man zum Beispiel an der Maske. Etwa wenn jemand verbrannt ist, an den Wunden. Das sind Dinge, die kannst Du nicht einfach so hinbekommen, weil Du ein bisschen Talent hast oder ein gutes Auge. Das musst Du lernen. Da gibt's spezielle Werkstoffe, spezielle Verfahren. Dazu benötigt man Kurse, die auch noch teuer sind. Und das sieht man sofort, wenn das nicht gut gemacht ist. Und so ein guter Maskenbildner ist eigentlich auch durchweg beschäftigt. Der kann nicht einfach mal sagen: Jo, mach' ich jetzt mal umsonst. Den m u s s t Du bezahlen.

Dabei scheint es doch in der Branche mittlerweile fast schon gängig zu sein, Gagen erst im Nachhinein zu bezahlen?

Fernsehstars aus NRW

Ralf Richter: Ja, solche Angebote bekomme ich zwei, dreimal die Woche. Oder auch welche für Charity-Aktionen. Und wenn Du dann ablehnst oder fragst, was wollt Ihr denn dafür bezahlen, dann heißt es ganz erstaunt: „Ja aber hör mal Ralf, das ist doch `ne Charity.“ Solche Leute wollen sich dann schon fast über Dich lustig machen. Allerdings ist es so, dass ich solche Aktionen das ganze Jahr über machen könnte. Nur hätte ich dann zum Ende des Jahres weniger zum Leben als jeder einzelne, für den diese Leute so 'ne Charity machen. Das ist also vollkommener Quatsch.

Den Regisseuren von „Kopf oder Zahl” ist es trotzdem gelungen, neben Ihnen auch noch Martin Semmelrogge, Heinz Hönig und Claude-Oliver Rudolph für ihren Film zu engagieren. Haben Sie sich mit den alten Kollegen nicht über Ihre Gagenforderungen abgesprochen?

Ralf Richter: Nein, die Jungs haben es einfach geschafft, jeden einzelnen von uns ins Boot zu holen. Beim Dreh war das dann schon ein riesiger Spaß. Ansonsten habe ich zu den anderen aber gar keinen Kontakt mehr - nur noch zu Martin Semmelrogge.

Mit ihm planen Sie Ihre nächste Produktion, richtig?

Ralf Richter: Ja, bei der Geschichte sind der Martin und ich zwei alte Diebe, die tagsüber ein bürgerliches Leben führen und nachts einbrechen. Der Gag ist, dass unsere wirklichen Söhne auch im Film unsere Söhne sind. Sie sind aber bei der Polizei und sollen uns schnappen. Meinen Vater spielt übrigens Didi Hallervorden.

Wann ist Drehbeginn?

Ralf Richter: Das Buch liegt noch beim WDR. Es soll ein Fernsehfilm werden.

Viel Erfolg dabei!

Ralf Richter: Danke.

Kai Sueselbeck

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