Polanski gegen Kaution wieder auf freiem Fuß
26.11.2009 | 08:33 Uhr 2009-11-26T08:33:00+0100
Genf. Der in der Schweiz festgenommene Star-Regisseur Roman Polanski ist gegen Vorlage einer Kaution wieder entlassen worden. Dem Filmemacher wird vorgeworfen, 1977 ein damals 13-jähriges Mädchen missbraucht zu haben. Bei einer Auslieferung an die USA droht ihm eine Haftstrafe.
Zwei Monate nach seiner Festnahme in der Schweiz kommt der Filmemacher Roman Polanski gegen eine Kaution von 4,5 Millionen Franken (2,9 Millionen Euro) wieder auf freien Fuß. Das Bundesstrafgericht in Bellinzona habe die Freilassung des 76-Jährigen Star-Regisseurs angeordnet, teilte ein Sprecher des Justizministeriums am Mittwoch mit. Die Richter verfügten neben der Kaution einen Hausarrest in seinem Chalet verbunden mit elektronischer Überwachung. Polanski muss zudem seine Ausweispapiere abgeben.
Das Justizministerium kündigte an, rasch darüber zu entscheiden, ob das Urteil angefochten werden soll, wie ein Sprecher der Nachrichtenagentur AP sagte. Bis dahin soll Polanski in Haft bleiben. Für seine Beschwerde hat das Ministerium zehn Tage Zeit. Eine erste Beschwerde Polanskis gegen einen ablehnenden Bescheid des Justizministeriums hatte das Bundesstrafgericht am 20. Oktober abgewiesen. Begründet wurde dies mit hoher Fluchtgefahr.
Die Schweizer Polizei hatte den Regisseur Ende September aufgrund eines US-Haftbefehls festgenommen, als er zu einem Filmfest nach Zürich reisen wollte. Die US-Justiz wirft Polanski vor, 1977 mit einem damals 13-jährigen Mädchen geschlafen zu haben, das er zuvor mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht hatte. Der Filmemacher saß dafür 42 Tage in US-Haft, setzte sich vor Verfahrensbeginn aber nach Europa ab und kehrte seitdem nie in die USA zurück. Im Fall einer Auslieferung an die USA droht ihm eine Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen. (afp/ap)
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