Patrick Swayzes Tod im Internet
25.05.2009 | 08:50 Uhr 2009-05-25T08:50:00+0200
Los Angeles. Eine Falschmeldung auf dem Microbloggin-Dienst Twitter über den Tod von Patrick Swayze ging am Dienstag um die Welt. Doch der krebskranke amerikanische Filmstar lebt. Peinlich für einige Medien, die die Meldung ungeprüft übernommen hatten.
Wenn Totgesagte länger leben, dann können die Fans von Patrick Swayze sich freuen. Denn am Dienstagabend ging die schlechte Nachricht um die Welt, dass der Star seinen langen Kampf gegen den Bauchspeicheldrüsen-Krebs verloren hatte. Die gute Nachricht: Es stimmte nicht. Swayze ließ über seinen Sprecher verlautbaren, dass er sich seines Lebens erfreut und weiter gegen seine Krankheit behandelt wird.
Die Hektik bei der Jagd nach Nachrichten
Wie die Meldung zustande kam, ist Anschauungsunterricht für die Hektik bei der Jagd nach Nachrichten per Internet. „Breaking News Online” auf twitter.com war der Ausgangspunkt. Dort berief man sich auf KissFM, eine auf Countrymusik ausgerichtete Radiostation in Jacksonville, Florida. Der Sender fiel aus allen Wolken, als plötzlich die ganze Welt um Bestätigung der Meldung bat. Programmchef Ken Bosen recherchierte im Hause und winkte ab: „Von uns ist sie mit hundertprozentiger Sicherheit nicht gekommen”.
"Wir sind ein bisschen im Kreise gelaufen"
Da war es aber schon zu spät. Die Jagd nach der schnellen, exklusiven Meldung hatte begonnen. Schließlich ist bekannt, dass der Filmstar jeden Tag neu um sein Leben kämpft. Der Kölner Fernsehsender n-tv meldete um 18.15 Uhr den Tod von Swayze. „Wir haben die Meldung von unserem Korrespondenten in New York erhalten”, so n-tv-Sprecherin Sonja Friedrich auf Anfrage der WR. Später berief sich der CNN-Partner dann auf „Bild”. Auf der Internet-Seite der Boulevard-Zeitung wurde dagegen n-tv als Quelle angegeben. „Wir sind da ein bisschen im Kreise gelaufen,” räumt die n-tv-Sprecherin ein und fügt hinzu: „Natürlich ist es nicht gut, wenn so etwas passiert, jedoch kann so etwas passieren und es passiert auch. Überall, wo Menschen arbeiten und über alle Mediengattungen hinweg.” In den 20-Uhr-Nachrichten informierte der Nachrichtensender seine Zuschauer, dass es Swazye gut gehe.
Die Angst der Medien vor Twitter
Der Fall Swayze beweist aber, dass die Angst traditioneller Medien vor Angeboten wie Twitter groß ist. Als Anfang März das Archiv in Köln einstürzte, gab es die ersten Informationen über Twitter: Augenzeugenberichte, Situationsschilderungen. Ähnlich wie bei denTerroranschlägen in Bombai oder bei der Notlandung auf dem Hudson mussten sich TV und Rundfunk in Sachen Geschwindigkeit Twitter geschlagen geben. Auch deshalb, weil dort Meldungen sofort – und ungeprüft – verbreitet werden.
"Verbreitet keine Gerüchte"
Im Fall Swayze ging das selbst Internet-Größen zu weit. Promi-Blogger Perez Hilton mahnt: „Wenn man über den Tod eines Menschen berichtet, sollte man doch warten, bis dies von Angehörigen oder seriösen Nachrichtenquellen bestätigt wird. Verbreitet keine Gerüchte.”
Falschmeldungen, wie jetzt bei Swayze, sind im Netz kein Einzelfall. Nach dem Amoklauf von Winnenden wurde die Polizei durch falsche Gewalt-Ankündigungen auf eine falsche Fährte geführt. Als Ende März der Komponist Maurice Jarre starb, fügte der britische Student Shane Fitzgerald ein falsches Zitat als Experiment in der Biographie des Künstlers im Lexikon wikipedia.com ein. Er war selbst darüber erschrocken, in wie vielen Medien er es anschließend wiedergefunden hat.
Rund ums Thema
- Blog-Beitrag: Wie Twitter Swayze sterben lässt und sich Medien blamieren
- "Twittersitter": Live im Kreißsaal der Tweets
- Astronauten twittern aus dem Weltraum
18:54
EINFACH NUR GESCHMACKLOS !!!!!!!!!!!!!!!
14:39
http://www.bildblog.de/8083/medien-erklaeren-patrick-swayze-fuer-tot/
09:03
Twitternsie jetzt auch im Westen,genau die Medien die sich hier aufregen machen einen Hybe auf Twitter und Konsorten.
22:55
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21:46
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21:03
Totgesagt Leben länger. Ich hoffe es für Ihn. (Daumendrücken)
20:11
Wenn es nur peinlich wäre. Es ist unanständig! Eine öffentliche und eine persönliche Entschuldigung bei Patrick Swayze seitens der Medien, die diese Falschmeldung veröffentlicht haben, muss sein. Es ist schlimm, einen Lebenden, der womöglich tapfer kämpft, vorab für tot zu erklären
22:55
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