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New York, I Love You
27.01.2010 | 07:00 Uhr 2010-01-27T07:00+0100Elf Regisseure - darunter Fatih Akin - inszenierten Episoden über Liebesgeschichten in New York.
Vor drei Jahren hatte Filmproduzent Emmanuel Benbihy schon einmal ein Dutzend Filmregisseure zusammengebracht, um in Kurzfilmen einer Stadt zu huldigen. Angetrieben vom Erfolg von «Paris, Je t'aime» hat Benbihy nun gemeinsam mit elf neuen Regisseuren New York ins Visier genommen. Sie eint, dass sie angeblich - abgesehen von einer Ausnahme - noch nie zuvor in New York gewesen sind.
So können die Geschichten, die unter anderen Fatih Akin, Mira Nair, Natalie Portman und Brett Ratner in «New York, I Love You» erzählen, keine komprimierten Lebenserfahrungen aus dem «Big Apple» sein. Tatsächlich sind die oft beiläufigen Episoden zwischenmenschlicher Beziehungen nur äußerlich an New York gebunden. Berühmte Szenerien der Metropole vom Times Square über Soho bis zur 5th Avenue liefern die Kulissen und postkartentypischen Motive.
48 Stunden Drehzeit, maximal sieben Tage Schnitt je Episode
Deutscher Kinostart: 28. Januar 2010
Regie: Fatih Akin, Yvan Attal, Allen Hughes, Shunji Iwai, Jiang Wen, Shekhar Kapur, Joshua Marston, Mira Nair, Natalie Portman, Brett Ratner, Randall Balsmeyer
Darsteller Orlando Bloom, Hayden Christensen, Julie Christie, Andy Garcia, Ethan Hawke, John Hurt, Natalie Portman, Robin Wright Penn und andere
Ganz gleich ob berühmter Regisseur oder unbekanntes Nachwuchstalent, die Ausgangssituation war für alle beteiligten Filmemacher gleich: Jeder hatte 48 Stunden Drehzeit und maximal sieben Tage für den Schnitt. Die Crew, Kostümbildner und Ausstatter waren bei allen Beiträgen dieselben. Die Ergebnisse allerdings sind hingegen durchaus unterschiedlich.
Die Dokumentarfilmerin Zoe (Emilie Ohana), die sich im Taxi durch New York fahren lässt, bildet so etwas wie den roten Faden durch die elf Episoden, die nahtlos ineinander gleiten. Erst der Abspann verrät die Titel und Regisseure der einzelnen Beiträge.
Elegisch und verstörendes Buch von Anthony Minghella
Herausragend ist Shekhar Kapurs elegische und verstörende Episode über eine rätselhafte Begegnung zwischen einem hinkenden, russischstämmigen Hotelpagen (Shia LaBeouf) und einer alternden Operndiva (Julie Christie). Das Drehbuch stammt von Anthony Minghella («Der englische Patient»), der kurz vor Drehbeginn verstarb und deshalb nicht mehr selbst die Regie übernehmen konnte.
Eher belanglos sind Natalie Portmans Szenen eines Kubaners, der mit seiner Tochter im Central Park spielt. Wesentlich pointierter und überraschender hingegen ist Yvan Attals spritzige Episode mit Ethan Hawke als lässig-coolem Aufreißer und Trickdieb. Schlicht und berührend ist Joshua Marstons Porträt eines alten Ehepaares, das zu seinem Hochzeitstag zum Brighton Beach hinausfährt.
In der Gesamtschau bleiben die Momentaufnahmen häufig beliebig
Gleichwohl, die einzelnen Momentaufnahmen wirken in der Gesamtschau häufig beliebig und bleiben zudem sogar eine Pointe schuldig. Abgesehen davon, dass «New York, I Love You» den Eindruck erweckt, die Stadt bestünde nur aus Manhattan sowie weißen, geschäftlich erfolgreichen Yuppies und egozentrischen Künstlern.
Vielleicht wird dies in den nächsten Filmen seiner Omnibusreihe «Cities of Love» besser. Benbihy will sein Konzept auch in anderen Städten realisieren, Derzeit entstehen Nachfolgefilme in Shanghai, Rio de Janeiro und Jerusalem. (ddp)